Indien Polizistin stillt ausgesetztes Baby

Mit einer ungewöhnlichen Geste hat eine Polizistin in Indien einem ausgesetzten Baby geholfen, das sich kaum noch rührte. Sie öffnete ihr Hemd.


In Südindien hat sich eine Polizistin ein Herz gefasst und einem ausgesetzten, fast leblosen Neugeborenen zu Kräften verholfen. Sie gab ihm die Brust. Der kleine Junge sei sehr schwach gewesen und habe kein Lebenszeichen mehr gezeigt, sagte die Polizistin Archana Shivanandiyya. "Da konnte ich meinen Mutterinstinkt nicht unterdrücken."

Die 31-Jährige hatte erst vor Kurzem selbst ein Kind zur Welt gebracht. Shivanandiyya und ihre Kollegen hatten das Baby am 1. Juni in einer Plastiktüte nahe einer Baustelle im Süden der Stadt Bangalore gefunden. Der kleine Junge war laut einem CNN-Bericht erst wenige Stunden alt und mit Blut bedeckt.

Polizisten brachten den Säugling, dessen Nabelschnur noch nicht abgetrennt gewesen sei, zunächst in ein Krankenhaus und danach auf die Wache. "Die Milch war ein Elixier, das das Baby gerettet hat", sagte ein Mitarbeiter Shivanandiyyas.

"Sie hat das Baby etwa eine halbe Stunde lang gefüttert, und danach hat es einen lauten Schrei ausgestoßen", sagte ein weiterer Kollege. "Wir waren alle so erleichtert, ich war so glücklich." Alle Kollegen auf der Polizeiwache hätten gejubelt. "Wir Polizisten arbeiten schwer, aber die vergangenen Tage waren anders. Ich hatte das Gefühl, ich hätte die Geburteines Babysbei uns erlebt."

Das Baby bekam den Namen Kumaraswamy - nach dem Regierungschef des Bundesstaates Karnataka - und wurde zunächst in einem Kinderheim untergebracht. Der Polizist, der das Baby zuerst gefunden hatte, kümmert sich laut CNN um das Kind. Er habe ihm etwa Kleidung geschenkt und es zu einer Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht.

fok/dpa

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