Street-Art-Künstler Stadtrat entfernt angeblich rassistisches Banksy-Wandgemälde

In Südengland ließ der Stadtrat von Clacton-on-Sea ein Gemälde des weltbekannten Künstlers Banksy übermalen. Jemand hatte sich beschwert, der Künstler war keinem geläufig. Jetzt ist der Rat schlauer - und sagt: Das Bild musste weg, Banksy hin oder her.

AP/banksy.co.uk

London - Der Stadtrat von Clacton-on-Sea in Südengland hat sich zum Gespött gemacht, weil er ein Wandgemälde des berühmten Street-Art-Künstlers überpinseln ließ. Grund für die Entfernung war eine Beschwerde, das Kunstwerk sei rassistisch.

Das Bild zeigte eine Gruppe Tauben, die Schilder hochhalten, auf denen Slogans wie "Migranten nicht willkommen" und "Geht zurück nach Afrika" zu lesen sind. Abseits sitzt ein kleiner grüner Vogel.

Der Rat des Bezirks Tendring teilte mit, am Dienstag habe man die Beschwerde erhalten. Der Urheber des Werkes war offenbar niemandem geläufig. Andere Kunst von Banksy sei im Bezirk jederzeit willkommen, sagte ein Sprecher - aber bitte nicht eine Kopie des entfernten Bildes. "Selbst wenn wir wüssten, dass es von Banksy stammt, würden wir es entfernen wollen", sagte er. Manche Bürger könnten es als unangemessen, beleidigend oder rassistisch empfinden.

Auf Banksys Website war ein Foto des Wandgemäldes erschienen. Erstmals tauchten seine Werke im englischen Bristol in den späten Neunzigerjahren auf. Der echte Name des Künstlers ist nicht bekannt; seine Werke wurden schon für mehr als eine Million Dollar verkauft.

Der Sprayer ist berühmt, weil seine Werke soziale Probleme in Erinnerung rufen oder kommentieren. So hinterließ er ein Graffito zum Thema Spionage, nachdem der Whistleblower Edward Snowden Informationen über die Umtriebe des US-Geheimdienstes NSA veröffentlicht hatte.

Das nun entfernte Gemälde entstand offenbar auch aus aktuellem Anlass: In einer Woche entscheiden Wähler in dem Bezirk darüber, ob sie erstmals einen Vertreter der Partei Ukip ins Parlament wählen. Ukip ist gegen Einwanderung. Hintergrund der Wahl ist der Parteiwechsel des Politikers von den Tories zur Ukip.

ulz/Reuters/AP



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