Barbie-Sammler mit 6000 Puppen Mein Leben als Ken

Jian Yang mag Frauen mit langen Beinen und schmaler Taille. Am liebsten aus Plastik, im Rudel, in seinem Spiegelschrank. Willkommen bei Singapurs größtem Barbie-Fan.

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Singapur - Nichts deutet darauf hin, was sich hinter den Mauern des Hauses und dem spartanischen grauen Treppenhaus verbirgt. Doch dann betritt man die Wohnung von Jian Yang und befindet sich mitten im Barbie-Wahnsinn: Der 33-Jährige aus Singapur hat mehr als 6000 Barbiepuppen gesammelt und stellt sie in seinen Privaträumen aus. Er schätzt, dass er knapp 400.000 US-Dollar in seine Sammlung investiert hat.

Drei Seiten des Wohnzimmers, neun Spiegelschränke und Regale in seinem Arbeitszimmer sind belagert von den langbeinigen Plastikfiguren. "Wenn man mich außerhalb trifft, bin ich nicht der Typ, bei dem man eine Puppensammlung erwartet", sagt er.

Es begann im Alter von 13 Jahren. Damals kaufte Jian Yang die "Great Shape"-Barbiepuppe, komplett mit türkisfarbenem Outfit und Beinwärmern. "Bevor ich irgendetwas über soziale Normen wusste, habe ich sie im Fernsehen gesehen, mochte sie und durfte sie nicht haben", sagt er. "Als ich älter wurde und Taschengeld bekam, hatte ich die Freiheit, zu kaufen, was ich wollte."

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Barbie-Manie: "Ich mochte sie und durfte sie nicht haben"
Aus der Spielerei in Kindertagen ist inzwischen eine ausgewachsene Obsession geworden. Damit können nicht alle Menschen umgehen. Manche Ex-Freundinnen seien unsicher geworden, sagt der Sammler. Die Frauen hätten die Puppen als Konkurrenz betrachtet.

Yangs älteste Puppen datieren aus den sechziger Jahren. Aber seine Leidenschaft sind Barbies, die Berühmtheiten wie Grace Kelly, Barbra Streisand oder Elizabeth Taylor nachempfunden sind.

Seit 1959 wurde weltweit mehr als eine Milliarde Barbies verkauft. Allerdings sind die Absatzzahlen in den vergangenen Quartalen gesunken, zuletzt von April bis Juni sogar um zwölf Prozent. Der Sammler sieht die Puppe als Ikone, die immer noch eine Zukunft hat - trotz schwindender Relevanz.

Deshalb sammelt er weiter. Auf seiner jüngsten Reise nach New York kaufte er 65 Puppen. Und wenn irgendwann kein Platz mehr ist? "Dann kaufe ich das Haus nebenan."

ulz/Reuters



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