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Barilla-Chef gegen Homosexuelle: "Dann sollen sie eben andere Nudeln essen"

Barilla-Chef: Homosexuelle, no grazie! Fotos
Barilla

Kein Spot mit Schwulen und kein Adoptionsrecht für homosexuelle Paare: Mit einem Radio-Interview empört Nudel-Tycoon Guido Barilla die Italiener. Aktivisten und Politiker rufen bereits zum Boykott des Pasta-Herstellers auf.

Hamburg - Die Pasta von Barilla ist in vielen italienischen Haushalten zu finden. Doch offenbar passt das dem Chef des italienischen Nudelherstellers nicht. "Für uns ist das Konzept der heiligen Familie ein fundamentaler Wert in der Firma", sagte Barilla dem Sender Radio24. Daher würde er niemals Werbung mit einer homosexuellen Familie machen.

Das Unternehmen, das auch Kekse und Brot herstellt, legt in seinen Werbespots viel Wert auf die Vater-Mutter-Kind-Harmonie. "Unsere Familie ist eine klassische, in der die Frau eine fundamentale Rolle spielt."

Auf den Hinweis, dass auch Homosexuelle Barilla-Pasta essen, sagte der Firmenchef nur: "Wenn ihnen unsere Pasta gefällt und unsere Botschaft, ok. Wenn nicht, sollen sie eben andere Nudeln essen." Dass er damit Kunden verschrecken könnte, schien Barilla egal. "Man kann nicht immer allen gefallen."

Es sei auch nicht so, dass er Schwule nicht respektiere. Er sei beispielweise nicht gegen die Ehe zwischen Homosexuellen - nur gegen deren Adoptionsrecht.

Es dauerte nicht lange, bis ein Shitstorm der Superlative über ihn hinwegfegte. Auf Twitter wurde unter dem Hastag #boicottabarilla dazu aufgerufen, die Nudeln des größten Pasta-Herstellers der Welt nicht zu kaufen.

Italienische Aktivisten und Politiker schlossen sich dem Aufruf an. "Wir akzeptieren seine Einladung, seine Pasta nicht zu essen", sagte Aurelio Mancuso, Chef der Gruppe "Equality Italia", der Nachrichtenagentur Ansa. Auch aus dem Parlament gab es Kritik. "Hier sehen wir ein weiteres Beispiel für Homophobie italienischer Art", sagte Alessandro Zan, Abgeordneter der linken SEL-Partei.

Guido Barilla bemühte sich daraufhin halbherzig um Schadensbegrenzung. Es tue ihm leid, wenn er die Gefühle von jemandem verletzt habe, hieß es in einem Statement.

gam/AP/Reuters

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
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1.
niska 27.09.2013
Zitat von sysopBarillaKein Spot mit Schwulen und kein Adoptionsrecht für homosexuelle Paare: Mit einem Radio-Interview empört Nudel-Tycoon Guido Barilla die Italiener. Aktivisten und Politiker rufen bereits zum Boykott des Pasta-Herstellers auf. Barilla-Chef empört Homosexuelle mit Anti-Gay-Kommentaren - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/panorama/barilla-chef-empoert-homosexuelle-mit-anti-gay-kommentaren-a-924798.html)
Schade, Wasa Knäckebrot hat mir immer geschmeckt. Da wird der Verzicht schmerzen. Barilla Pasta war und ist eh nicht der Hit.
2.
stürmisch 27.09.2013
Er ist nicht gegen Homosexuelle, aber auch nicht für sie. Er respektiert sie, aber steht für seine eigenen Werte ein. Da wurde nichts verwerfliches geäußert. Meinen Respekt hat der Mann.
3. Barilla?
marty_gi 27.09.2013
Was ist das? Meine Nudeln mach ich mir lieber selbst. Dann sind sie auch nicht so von gestern.
4. Hä?
kantundco 27.09.2013
Und was ist da jetzt homophob? Der Mann hat eine persönliche Meinung (gut, die muss man nicht unbedingt aussprechen) und er hat eine klare Strategie, was den Markenkern seines Unternehmens angeht. Es gibt sicherlich viele Schwule, denen das Bild der klassischen Familie ebenfalls gut gefällt. Guido Barilla respektiert ausdrücklich Homosexuelle und halbherzige Schadensbegrenzung kann ich auch nicht erkennen.Auch die Aussage, man könne nicht allen gefallen, ist einfach in Ordnung.Und schon der Einstiegssatz dieses Artikels dreht den Unternehmer in eine Richtung, die ich aus seinen Aussagen nicht herauslesen kann. Wieder mal eine PC-Meinungsmache vom feinsten. Barilla nimmt sich offensichtlich nur heraus, eine Meinung jenseits der veröffentlichten Meinung zu haben. Was kann daran in einer pluralistischen Gesellschaft falsch sein?
5. Über das Ziel geschossen
nibal 27.09.2013
Früher musste man noch schwulenfeindlich sein um als naja schwulenfeindlich eben oder homophob zu gelten. Reicht es jetzt wiklich schon wenn man die Positionen der Schwulen und Lesbengemeinde nicht zu 100% teilt? Vorausgesetzt die wiedergegebenen Zitate sind korrekt und nichts unterschlagen steht da für mich "Leben und leben lassen" auch wenn er selbst andere Werte hochhält. Das ist zu 100% das was man Toleranz nennt und das Maximum dessen was man von Andersgläubigen erwarten darf und sollte. Wer vom Islam Toleranz gegenüber dem Christentum fordert wird ja hoffentlich auch keine Glaubenskonvertierung sondern ein friedliches Miteinander meinen.
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