Beleidigung Prinz Philip outet sich als Rassist

Dem Ehemann der Queen, Prinz Philip, rutscht öfter mal ein deftiger, ausländerfeindlicher Spruch über die Lippen. Diesmal trat er besonders tief ins Fettnäpfchen. Er beleidigte die Bevölkerung der ehemaligen britischen Kolonie Indien.


Deftige Sprüche: Prinz Philip
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Deftige Sprüche: Prinz Philip

London - Prinz Philip, 78, blieb während der Besichtigung einer schottischen Elektronikfirma vor einem Sicherungskasten stehen, dessen Kabel ihm etwas ungeordnet erschienen. Dann sagte er "Der sieht aus, als wäre er von einem Inder zusammengesetzt worden."

Der Vorsitzende der britischen Gesellschaft gegen Rassismus, Kumar Murshid, bezeichnete die Äußerung als "absolut furchtbar". Die Folgen seien umso schlimmer, "weil die Leute die königliche Familie als Vorbild betrachten". Nach empörten Reaktionen von Politikern quer durch alle Parteien entschuldigte sich der Buckingham-Palast am Dienstagnachmittag in einer offiziellen Erklärung: "Im Rückblick sieht er (Philip) ein, dass die humorvoll gemeinte Bemerkung unangemessen war."

Mit seinen ausländerfeindlichen Sprüchen ist Prinz Philip jedoch nicht allein. Auch seine Schwiegermutter, die 99-jährige Queen Mom, schlägt gerne mal über die Stränge - und bedauert das Ende des britischen Empire: "Die Afrikaner verstehen einfach nichts vom Regieren. Es ist eine Schande, dass wir uns nicht mehr um sie kümmern."

Erst im Mai hatte der Prinzgemahl Aufsehen erregt, als er während eines Festivals zu einer Gruppe junger Taubstummer sagte, es sei "kein Wunder", dass sie nichts hören könnten: Sie stünden zu nahe neben der Festmusik.

In Peking warnte er britische Studenten: "Wenn Sie noch länger hier bleiben, werden Sie Schlitzaugen bekommen." Zu einem Briten in Ungarn sagte er: "Lange können Sie noch nicht hier sein. Sie haben noch keinen Bierbauch." Und einen Staatsbesuch in Kanada nahm er zum Anlass, um klarzustellen: "Wir sind nicht zum Spaß hier. Ich kann mir wirklich vergnüglichere Beschäftigungen vorstellen."



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