Wrack vor Giglio: Bergung der "Costa Concordia" dauert länger als geplant

Alles läuft problemlos - aber langsamer als geplant: Die Aufrichtung der "Costa Concorida" wird voraussichtlich noch bis weit in die Nacht dauern. Verfolgen Sie hier live die Bergung des Schiffes.

Rom - Stück für Stück bewegt sich der Koloss, das Aufrichten der "Costa Concordia" kommt voran. Die Verantwortlichen sind bisher zufrieden, bisher kam es offenbar nicht zu Problemen, wenn auch alles langsamer vonstatten geht, als eigentlich geplant.

Die Bergungsexperten hatten das vor der italienischen Insel Giglio havarierte Schiff bis zum Mittag bereits aus seiner in Felsen eingekeilten Lage befreit. Die "Costa Concordia" sei nun um etwa zehn Grad aus dem Wasser herausgehoben, erklärte Ingenieur Sergio Girotto, der die Arbeiten für die italienische Firma Micoperi überwacht. Bis es aufrecht steht, muss das Wrack um insgesamt 65 Grad gedreht werden.

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"Costa Concordia": Zentimeter für Zentimeter
Das internationale Bergungsteam dürfte dafür allerdings mehr als die rund zwölf Stunden brauchen, die zunächst dafür veranschlagt waren. "Auch wenn wir dafür dann 15 oder 18 Stunden benötigen, so ist es wichtig für uns, es gut zu machen", erläuterte Franco Porcellacchia von der Reederei Costa Crociere. "Wir haben nicht das Gefühl, Verspätung zu haben. Besser könnte es nicht laufen."

Die Wetterlage und die Dunkelheit in der Nacht würden den Fortgang der Aktion nicht beeinträchtigen, sagte Girotto. Die heikle Bergung verlaufe problemlos. Bis zum Morgengrauen am Dienstag soll das Wrack aufgerichtet sein, sagte Girotto. Das Bergungsteam musste vorsichtig vorgehen, damit das Wrack nicht weiter beschädigt wird oder sogar zerbricht. Das Schiff soll dann mit Schwimmtanks an beiden Seiten flottgemacht werden, um es im kommenden Jahr abschleppen zu können.

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Bergung der "Costa Concordia": Kolossale Aufgabe
Die Bergung des Schiffes begann am Montagmorgen - mehr als 20 Monate nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffs vor der italienischen Insel Giglio. Bei dem Unglück starben 32 Menschen, die Überreste von zwei Opfern wurden bislang nicht gefunden.

Vor Ort wurden die Arbeiten gespannt, aber auch in trauriger Erinnerung an die Opfer verfolgt: Nie zuvor wurde ein solch großes Passagierschiff geborgen. Zwölf Mitarbeiter steuerten die Aufrichtung von einem Kontrollraum aus. Bislang kosteten die Arbeiten bereits rund 600 Millionen Euro. Der französische Rückversicherer Scor hatte die Kosten des Schiffsunglücks vor wenigen Tagen auf insgesamt 1,7 Milliarden US-Dollar beziffert.

sun/dpa/AFP

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1. Ich bleibe skeptisch ...
spon-facebook-10000615942 16.09.2013
Die Brücke ist kurz vor den 45° - das Heck aber schon bei 30° ...
2.
medicus22 16.09.2013
Vertrauen wir mal der italienischen Ingenieurskunst. Fall es klappt können die gleich BER weiterbauen.
3. Verzögerung?
leastsquare 16.09.2013
Also bei 20 Monaten Vorbereitung jetzt bei ein paar Stunden mehr von Verzögerung zu sprechen ist auch etwas übetrieben. Besser die brauchen etwas länger wenn dafür alles gut über die Runden geht.
4. Bloss nicht
satissa 16.09.2013
Zitat von medicus22Vertrauen wir mal der italienischen Ingenieurskunst. Fall es klappt können die gleich BER weiterbauen.
Es ist eher amerikanische Ingenieurskunst: Titan Salvage: Worldwide Emergency Response, Marine Salvage & Wreck Removal (http://www.titansalvage.com). Die italienische Micoperi darf etwas mitspielen, damit man hinterher sagen kann, die Italiener haben es selbst gemacht....
5. Einfach mal SPIEGEL lesen...
georg_lm 16.09.2013
Zitat von medicus22Vertrauen wir mal der italienischen Ingenieurskunst. Fall es klappt können die gleich BER weiterbauen.
Ein solches Projekt hat immer MItarbeiter aus vielen Ländern. Titan Salvage ist eine US-Firma. Im SPIEGEL konnte man außerdem lesen: ---Zitat--- "Es ist immens wichtig, dass die Techniker - auch wenn einige der Stahltrossen reißen - weiter ziehen", sagt Andreas Rosponi, Geschäftsführer des *Hamburger Ingenieurbüros* Overdick, der seit der Havarie für das US-Bergungsunternehmen Titan Salvage arbeitet. ---Zitatende--- Giglio: "Costa Concordia" wird aufgerichtet - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/panorama/giglio-costa-concordia-wird-aufgerichtet-a-922392.html)
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