Berlin: Jugendlicher soll jahrelang im Wald gelebt haben

Ein Jugendlicher will jahrelang allein im Wald gelebt haben. Anfang September meldete er sich bei Behörden in Berlin. Er gab an, mit seinem Vater auf Wanderschaft gewesen zu sein. Der Teenager weiß nicht, woher er kommt und kennt nur seinen Vornamen.

Berlin - Ein Jugendlicher, der nach eigenen Angaben jahrelang im Wald lebte, hat sich jetzt bei den Behörden in Berlin gemeldet. Ein Polizeisprecher bestätigte am Freitag einen entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung. Demnach tauchte der Junge am 5. September in gutem körperlichem Zustand auf.

Derzeit sei man dabei, die Identität des Jugendlichen zu klären, sagte ein Polizeisprecher. Dazu sei man in Kontakt mit Polizeidienststellen in Europa und gleiche den Fall mit Vermisstenanzeigen ab. Der Jugendliche habe keine Ausweispapiere bei sich gehabt und könne keine Angaben über seine Herkunft machen. Die Polizei weiß nicht, aus welchem Land er stammt. Der Jugendliche habe angegeben, vorwiegend in Wäldern gelebt zu haben - ob nur in Deutschland oder auch im Ausland, wisse man nicht, so der Sprecher.

Laut "Bild"-Zeitung berichtete der Teenager, jahrelang mit seinem Vater in der Natur auf Wanderschaft gewesen zu sein. Vor zwei Wochen habe er seinen Vater tot aufgefunden und in eine Grube gelegt. Wo genau, wisse er nicht, sagte er dem Bericht zufolge.

Dem Sprecher zufolge hatte der Jugendliche "mehrere persönliche Utensilien" bei sich - genauere Auskunft wollte die Polizei nicht geben. Unter den Gegenständen soll auch ein Kompass gewesen sein. Der Teenager gab laut "BZ" an, nach dem Tod seines Vaters sei mit Hilfe des Kompasses Richtung Norden gelaufen. Das habe ihm sein Vater geraten. So sei er nach Berlin gekommen.

Seinen Nachnamen kenne er nicht, als Vornamen gab er "Ray" an, so die Polizei. Laut der "BZ" sagte der Jugendliche, sein Vater heiße Ryan. Sie hätten in Zelten und Erdhütten geschlafen. Seine Mutter heiße Doreen und sei vor fünf Jahren bei einem Autounfall gestorben, soll der Jugendliche der Zeitung zufolge gesagt haben.

Nach Angaben der Polizei befindet sich der Teenager nun in einer Jugendhilfeeinrichtung. Er spreche vorwiegend Englisch, aber auch ein wenig Deutsch. Da er nach eigenen Angaben ungefähr 17 Jahre und damit minderjährig sei, müsse nun ein amtlicher Vormund für ihn bestellt werden.

wit/ulz/dpa

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