Mengmeng und Jiao Qing Pandapaar für Berliner Zoo gefunden

Ab Juli sollen wieder zwei Pandabären im Berliner Zoo leben. Ein Männchen und ein Weibchen sind bereits ausgewählt worden. Allerdings ist China mit dem Gehege noch nicht zufrieden.

Pandabär im chinesischen Chengdu-Reservat (Archivbild)
AP

Pandabär im chinesischen Chengdu-Reservat (Archivbild)


Zur Übergabe werden sogar Chinas Präsident Xi Jingping und Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet. Am 5. Juli wird das neue Panda-Gehege im Zoo Berlin eröffnet und nun steht fest, wer dort zehn Jahre lang wohnen wird: die Riesenpandas Mengmeng und Jiao Qing. Zoo-Direktor Andreas Knieriem bestätigte eine entsprechenden Bericht der "Welt".

Knieriem habe das Weibchen Mengmeng und das Männchen Jiao Qing schon vor einiger Zeit gemeinsam mit dem Panda-Reservat Chengdu, in dem die Bären bislang noch leben, ausgesucht. Die beiden Tiere seien sich noch nicht begegnet und würden auch in Berlin die meiste Zeit des Jahres getrennt voneinander leben.

Dem "Welt"-Bericht zufolge genügt das neue Panda-Gehege jedoch nicht den technischen Vorschriften Chinas, da die Höhe des Geheges zu gering sei. Diese Vorschriften seien erst im März in Kraft getreten, als das Berliner Gehege schon gebaut gewesen sei, sagte Knieriem. Es gehe um drei bis vier Glasscheiben, die um einige Zentimeter erhöht werden müssten. Dieser Einwand sei dem Zoo bekannt, das Gehege werde "selbstverständlich" entsprechend nachgerüstet, sagte der Direktor. Für die Leihgabe aus China hatte der Zoologische Garten Berlin für zehn Millionen Euro eine neue Anlage gebaut.

Auch mit der Größe sollen die Chinesen unzufrieden sein. Äußerst besorgt zeigte sich der im Forstministerium für Wildtierschutz zuständige Experte Liu Dewang zudem über den zu geringen Abstand des Pandahauses zu den Raubtiergehegen. Damit wachse das Risiko einer Infektion der Bären und von Verhaltensstörungen durch Tiergebrüll und Witterung. "Wir haben unsere Änderungswünsche dem Zoo mitgeteilt, aber noch keine Antwort", sagte Liu der "Welt". Er ist Leiter einer chinesischen Kommission, die kürzlich das Gehege in Berlin inspiziert hatte.

Knieriem zeigte sich überrascht von der chinesischen Kritik. "Die Tiere sind bestens bei uns untergebracht. Die Anlage hat ein Qualitätsniveau, wie man es nur selten auf der Welt sieht."

Mit Mengmeng und Jiao Qing hätte der Berliner Zoo fünf Jahre nach dem Tod des Bärenmännchens Bao Bao als einziger Tiergarten Deutschlands wieder Riesenpandas in seiner Obhut. Der Einzug der beiden Pandas wird als ein Zeichen der engen Beziehungen zwischen Berlin und Peking gewertet. Denn der vom Aussterben bedrohte Panda ist für China von hohem symbolischen Wert.

max/dpa/AFP

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insgesamt 8 Beiträge
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sven2016 19.05.2017
1.
Weshalb muss man Tiere, die in einem Reservat vermutlich artgerecht leben, in einen Zoo verbringen? Nur zum "Gucken"? Und für 10 Millionen Euro ein Gehege speziell dazu bauen? Wer Pandas beobachten will, hat im Internet reichlich Möglichkeiten. Solche exotischen Tiere gehören nicht eingesperrt.
spon-facebook-1261351808 19.05.2017
2. Freut mich!
Endlich wieder Pandas in der Hauptstadt. In der 80ern waren die Pandas in Berlin eine riesen Sensation.
oil-peak-fan 19.05.2017
3. Aussterben.
Ob Pandas noch "vom Aussterben" bedroht seien, bezweifle ich. Zahlreiche Panda-Zuchtgehege in den Provinzen Sichuan und teils auch Gansu lassen jedenfalls nicht darauf schließen. Hat das Berliner Gehege denn überhaupt genug Bambus ans Wachsen bekommen, damit der Bär genug zu kauen hat?
stoffi 19.05.2017
4. Ich bin da hin und her gerissen
Gern würde ich den Tieren im Zoo nahe kommen, aber anderer seits möchte ich ihnen auch nicht die Freiheit nehmen. Wenn ich entscheiden müsste, liesse ich ihnen die Freiheit. Sind sie aber mal im Zoo, werde ich sie mir auch ansehen.
competa1 19.05.2017
5. Das ist ja die Krux...
..würde niemand sich die Tiere im Zoo angucken,wäre der Anreiz für die Zoo Kasernierung nicht gegeben und und man beliesse die Tiere in der Freiheit.
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