Berlin Praktikantin verschickte Polizei-Informationen per WhatsApp

Bei der Berliner Polizei hat eine Praktikantin heimlich Unterlagen fotografiert - und per WhatsApp verbreitet. Bei den Dokumenten soll es sich um Fahndungsbilder zu einer arabischen Großfamilie handeln.

Wappen der Berliner Polizei
DPA

Wappen der Berliner Polizei


Eine Studentin der Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) hat während ihres Praktikums bei der Polizei im Stadtteil Schöneberg heimlich Unterlagen fotografiert und in einer WhatsApp-Gruppe verbreitet. Bei den Bildern handelt es sich nach Polizeiangaben um Fahndungsfotos, die im Intranet veröffentlicht waren, sowie um einen bundesweiten polizeiinternen Warnhinweis.

Die 20-Jährige belegt an der Hochschule den Studiengang "Öffentliche Verwaltung". Die HWR bildet unter anderem für den gehobenen Dienst bei der Polizei aus - die Studentin sei aber "keine Polizeischülerin", wie eine Polizeisprecherin sagte. Sie studiere in der Verwaltungslaufbahn.

Ermittlungsverfahren eingeleitet

Bei den Dokumenten, die die Praktikantin heimlich abfotografiert hat, soll es sich um Fahndungsfotos zu einer arabischen Großfamilie handeln. Die Studentin habe selbst einen arabischen Migrationshintergrund und habe sich gewünscht, ihr Praktikum im Polizeiabschnitt 41 in Schöneberg zu absolvieren. Ob die junge Frau gezielt nach Informationen über die Fahndung gesucht hat, wurde nicht bekannt.

SPIEGEL TV Magazin über arabische Clans in Berlin (11.12.2016)

Nachdem der Vorfall bekannt geworden war, muss sich die Studentin formell dafür verantworten. Die Polizei leitete am 20. Oktober ein Ermittlungsverfahren gegen die Frau ein und beendete das Praktikum. "Wir ermitteln wegen des Verrats von Dienstgeheimnissen", sagte die Sprecherin.

Die Hochschule behält sich weitere Prüfungen vor. Die Studentin habe aber nicht gegen die Prüfungsordnung verstoßen, sagte eine Sprecherin. Deshalb könne sie an der Hochschule eingeschrieben bleiben. Man habe bereits mit ihr gesprochen.

mja/dpa



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