Berliner Bär Panda Yan Yan ist tot

Die Freude über das süße Eisbärbaby Knuth im Berliner Zoo ist getrübt. Denn die Pandabärin Yan Yan, langjähriger Publikumsliebling, lebt nicht mehr.


Berlin - Yan sei am Nachmittag leblos in er Außenanlage gefunden worden, teilte der Berliner Zoo heute Abend mit. Das Weibchen des Bambusbären-Paares habe zuvor keine Anzeichen einer Krankheit gezeigt. Die Todesursache sei noch nicht bekannt. Das Tier soll nun obduziert werden.

Yan Yan: Gestorben im Alter von 22 Jahren
DDP

Yan Yan: Gestorben im Alter von 22 Jahren

Yan Yan - Chinesisch für "die Schöne" - wurde 22 Jahre alt. Sie kam zusammen mit ihrem Partner Bao Bao durch die Städtepartnerschaft mit Peking nach Berlin und lebte seit 1995 als "Leihgabe" hier. Bao Bao dagegen war ein Staatsgeschenk Chinas an den damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD). Da der Große Panda eine vom Aussterben bedrohte Tierart ist, exportiert China die Bären nur leihweise.

Mit dem Tod von Yan Yan hat der älteste Tiergarten Deutschlands eine seiner großen Attraktionen verloren. Pandas werden nur selten in europäischen Zoos gezeigt. Über Jahre hatten Tierfreunde bundesweit auf Nachwuchs bei den Pandabären in Berlin gehofft. Doch alle Versuche schlugen fehl, so auch mehrere Besamungsversuche. Ausführlich hatten die Berliner Medien über jede künstliche Befruchtung berichtet.

"Das zieht einem schon den Boden weg, vor allem, weil es keine Anzeichen gab", zeigte sich Bärenkurator Heiner Klös erschüttert. Klös war in den vergangenen Tagen vor allem mit der neuen Attraktion Knut beschäftigt.

Pfleger und Ärzte sind mit der Entwicklung des Eisbärbabys zufrieden. "Nachts schläft Knut jetzt weitgehend durch. Er powert sich ja auch den ganzen Tag aus", sagte Tierarzt André Schüle. Am Freitag hatte der erste öffentliche Auftritt des tapsigen Bären einen Besucher- und Medienansturm ausgelöst. Seither ist Knut täglich zwischen 11 und 13 Uhr im Freigehege zu sehen.

Gegen Mitternacht müsse das stets hungrige Kleine von Ziehvater Thomas Dörflein noch mit einer Zwischenmahlzeit versorgt werden. "In ein bis zwei Monaten ist das vorbei." Dann könne der Publikumsliebling auch alleine übernachten.

Seit seiner Geburt am 5. Dezember wird Knut von Hand aufgezogen. Dörflein schläft bei dem von Mutter Tosca verstoßenen Bärenbaby. Wie lange die Pfleger mit dem Kleinen noch spielen können, bevor er zum Raubtier herangewachsen ist, ist laut Schüle schwer abzuschätzen. "Wir haben noch nie einen Eisbären mit der Flasche groß gezogen und daher keine Erfahrung." Zurzeit bringe das Jungtier 9,5 Kilogramm auf die Waage. Jeden Tag kommen bis zu 200 Gramm dazu.

als/dpa/AP



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