Akkreditierung |
Bread and Butter |
Catwalk |
Designer-Nachwuchs |
Einkäufer |
Front Row |
Goodie Bag |
Haute Couture |
Marc Jacobs |
Knete |
Lara Stone |
Modemesse |
New York, London, Mailand, Paris |
Offside |
Party |
Prêt-à-porter |
Showroom |
Trendscout |
Vintage |
Wedding Dress |
Zelt
Akkreditierung:
Das "Sesam, öffne Dich!" für viele Veranstaltungen der Modewoche. Für manche Events wird nur ein Fachpublikum zugelassen: Zum Beispiel Aussteller, Einkäufer, Journalisten und besonders gewiefte Modeblogger. Für manche Akkreditierungen reicht eine informelle Anfrage, für andere muss man richtige Fragebögen ausfüllen. Wird man als wichtig genug empfunden, landet eine Einladung im Brief- oder E-Mail-Kasten. Ansonsten helfen nicht einmal Zaubersprüche.
Bread and Butter:
Berlins größte
Modemesse
und das tägliche Brot der Modewoche. Hier stellt sich die eine oder andere Marke vor, die der Durchschnittsverbraucher aus dem eigenen Kleiderschrank kennt: Levis, Pepe Jeans, Bench. 600 Brands aus den Bereichen Streetwear, Sportswear und Denim präsentieren sich auf dem Flughafen Tempelhof. Als die "Bread and Butter" sich für zwei Jahre nach Barcelona verabschiedete, stellte Berlin schnell fest, dass der ganze Premierensekt ohne Butterbrot ziemlich auf den Magen schlägt.
Catwalk:
Ursprünglich wurden so Gehwege oder Brücken genannt, die so schmal waren, dass man sie mit der Vorsicht einer Katze betreten musste. Heute bezeichnet Catwalk eine Bühne, die in den Zuschauerraum hineinragt und auf der Models Kleider präsentieren. Der imaginäre Catwalk geht während der Fashion Week sogar noch weiter - auf Berliner Straßen, wo die modische Crowd ihre Outfits spazierenführt. Dieser ist allerdings alles andere als schmal - schließlich muss das dicke Selbstbewusstsein dort Platz finden.
Designer-Nachwuchs:
Die Hauptstadt gilt als eine Petrischale für junge Talente: Acht Modeschulen gibt es hier, 600 bis 800 überwiegend junge Designerinnen und Designer arbeiten in Berlin. Die Stadt ist ein Kreativlabor, in dem man sich ausprobieren kann, ohne sofort zu verhungern. Richtig Fuß zu fassen ist trotzdem nicht einfach. Um begnadeten Nachwuchs zu unterstützen, hat der Berliner Senat den Wettbewerb "Start your Fashion Business" ausgerufen, der Designer mit den besten Entwürfen und Businessplänen mit einem Preisgeld unterstützt. Internationaler Nachwuchs kann bei "Designer for Tomorrow", dem Wettbewerb von Peek und Cloppenburg, neben einem Startkapital auch eine Modenschau für die nächste Fashion Week gewinnen. Weitere wichtige Wettbewerbe sind zum Beispiel der "Premium Young Designers Award".
Einkäufer:
Nicht immer sind es die auffälligsten Gäste - aber oft die am liebsten gesehenen. Denn letztendlich bestimmen sie, was in kleine und große Läden kommt, die sich auf mehrere Brands spezialisiert haben. Einkäufer schauen nicht nur darauf, was gut aussieht, sondern auch, was sich verkauft - und schreiben dementsprechend Bestellungen, anhand derer die Labels eine Vorstellung davon bekommen, wie viel sie von einem Stück produzieren sollen.
Front Row:
Ist es nicht…? Ist es nicht…? So wie Designer ihre Kreationen schmücken, wird auch das Publikum der Show mit prominenten Gesichtern dekoriert. Das Kronjuwel aller ersten Reihen, Anna Wintour - die Chefredakteurin der US-"Vogue" - hat noch niemand für eine Berliner Schau gewinnen können. Dafür so Klunker wie Boris und Lilly Becker.
Goodie Bag:
Nein, nein, die tütenbehangenen Gäste, die aus den Modenschauen rauslaufen, haben nicht geshoppt. Geht ja gar nicht: Die Klamotten sind für die kommende Saison gedacht, außerdem kann sie sich sowieso kaum jemand leisten. In den Tütchen sind kleine Geschenke, ein Dank der Veranstalter an ihre Gäste. Dieser kann alle möglichen Formen annehmen: Von teurer Kosmetik bis Ökosocken und Zahnbürsten.
Haute Couture:
Maßgeschneiderte, handgemachte Mode an der Grenze zu Kunst. Genau die, über die Oma sagt: "Und wer trägt das eigentlich?" Eigentlich niemand, außer vielleicht Schaufensterpuppen in Museen oder Angelina Jolie zu den Oscars. Haute-Couture-Modelle werden heute nur noch selten getragen, sondern dienen als Inspiration für die Modeindustrie und Werbung für das Modehaus. Das Prädikat "Haute Couture" ist nicht einfach zu bekommen. In Frankreich ist der Begriff geschützt und wird nach strengen Kriterien von der Haute-Couture-Gewerkschaft vergeben.
Marc Jacobs:
Als Artdirektor für Louis Vuitton und Betreiber eines eigenen Labels hat der amerikanische Designer eigentlich viel zu tun. Zwischen all den Terminen findet er aber auch Zeit, der Schirmherr des
"Designer for Tomorrow" Awards auf der Berlin Fashion Week zu sein - und das Aushängeschild, wenn mal wieder einer meckert, dass es Berlin an internationalen Größen fehlt.
Knete:
Laut der Investitionsbank Berlin (IBB) sind 3700 umsatzsteuerpflichtige Unternehmen der Modewirtschaft mit rund 11.550 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Hauptstadt tätig. Berlin hat somit die höchste Modewirtschaft-Dichte in Deutschland. Laut einer Modell-Rechnung der IBB bringt die Fashion Week insgesamt 119 Millionen Euro nach Berlin, dem Landeshaushalt kommen etwa 16 Millionen zugute.
Lara Stone:
Das Gesicht der Kampagne der
Mercedes Benz Fashion Week.
Models.com wählte die Dänin auf Platz eins der momentan wichtigsten Models. Außerdem besucht das Model Rick Genest die Fashion Week, auch bekannt als Rico the Zombie. Er ließ unzählige Stunden und etwa 5000 Euro in Tätowierstudios, um seinen Körper in ein Skelett zu verwandeln, oder wie er es selbst sagt, in "die Kunst eines sich zersetztenden Kadavers". Früher liefen ihm Kinder hinterher und schrien "Halloween". Heute sind es Desiger wie Thierry Mugler und Lady Gagas Fashion Director Nicola Formichetti.
Modemesse:
Oft werden die Begriffe Modewoche und Modemesse durcheinandergebracht. Hier die Entwirrung: Modewoche sind alle Modeveranstaltungen, die in Berlin zwischen dem 17. und dem 21. Januar stattfinden. Modemessen sind Marketingveranstaltungen, auf denen unterschiedliche Labels ihre Produkte, die im nächsten Jahr auf den Markt kommen, einem Fachpublikum vorstellen. Die wichtigsten Berliner Modemessen neben der
Bread and Butter
sind die edle "Premium", die streetcredibile "Bright" für Sport- und Streetwear und der "Green Showroom" für nachhaltige Mode. Seit diesem Jahr ist auch die "Show and Order" mit dabei - eine Modemesse in einem ehemaligen Kraftwerk in Berlin-Mitte.
New York, London, Mailand, Paris:
In dieser Reihenfolge finden die wichtigsten internationalen Fashion Weeks statt. Sie fangen etwa drei Wochen nach der Berliner an und gehen nahtlos ineinander über. Der Begriff Fashion Week ist nicht geschützt. Insgesamt gibt es auf der Welt etwa 150 Fashion Weeks, unter anderem in Asunción (Paraguay), Karachi (Pakistan) und Lviv (Ukraine).
Offside:
Die Nonkonformisten unter den Designern, oder die mit dem schmalen Geldbeutel, stellen ihre Kreationen abseits der traditionellen Locations vor: In diesem Jahr etwa im Soho-Haus, im Architektur Office KOW - oder in einer unbenutzten Halle als die ironisch-kritische "Butt and Better" - eine "Trashion"-Show, begleitet von einer Demoparade für die Einhaltung von Sozial- und Arbeitsstandards bei der Produktion von Kleidung.
Party:
Böse Zungen sagen, dass die Modewoche in Berlin so ähnlich funktioniert wie die Stadt selbst: Es gäbe mehr Fete als Knete. Die Bestellungen werden woanders abgegeben, gefeiert wird in Berlin. Als Partykönig gilt Michael Michalsky. Legendär sind seine rauschenden Feste. Und seine Mode? Daran kann sich am nächsten Morgen sowieso niemand erinnern.
Prêt-à-porter:
Dieses Modesegment sieht man am meisten auf Berliner Laufstegen. Denn
Haute Couture
ist eine kleine Nische, von der kaum ein Designer leben kann. Prêt-à-porter heißt wörtlich "Bereit zum Tragen". Es sind keine maßgeschneiderten Einzelstücke, die allein für die Show erschaffen wurden. Prêt-à-porter Kleidung kommt fertig auf den Markt und ist meistens viel preiswerter als Haute Couture, jedoch immer noch viel teurer als Massenware.
Showroom:
Eine Fläche, auf der Designer ihre Kollektionen der Presse und den Einkäufern vorstellen. Sie sind meist billiger als eine Laufstegschau, kosten laut der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" aber immer noch saftige 5000 Euro.
Trendscout:
Klingt wie ein Pfadfinder im unübersichtlichen, urbanen Coolness-Dickicht, ist im Prinzip aber einfach ein Marktforscher für Lifestyle-Themen. Trendscouts versuchen vorherzusagen, was in der Zukunft angesagt sein wird und beobachten dafür die Styler auf den Straßen, Medien, Trendforschungsinstitute - und auch, was die anderen so machen. Auf der "Bread and Butter" werden nur Trendscouts von den ausstellenden Firmen akkreditiert. Unternehmen wie H&M, die schnell produzieren und die Kollektionen der nächsten Saison abgucken und schon vorher herausbringen könnten, müssen draußen blieben.
Vintage:
In den lässig-nachlässigen In-Bezirken der Hauptstadt erntet ein original Ketchupfleck aus den siebziger Jahren mehr Komplimente, als Schriftzüge teurer Marken. Gebrauchsspuren sind Berlins liebste Accessoires, der Mief vergangener Jahrzehnte, das beliebteste Hauptstadtparfüm. Deshalb gibt es neben Veranstaltungen, die Klamotten der Zukunft vorstellen, eine Vintage-Messe mit ausgewählter Mode vergangener Jahrzehnte. Sie heißt "Toast and Jam" - und ist anders als die "Bread and Butter" für alle zugänglich.
Wedding Dress:
Brautkleid bleibt Brautkleid, aber darum geht es hier gar nicht. Wedding ist ein Berliner Bezirk, der traditionell eher für polierte Fressen berüchtigt ist, als für polierte Fingernägel und Boutiquen. Aber Wedding soll nicht Wedding bleiben. Es siedeln sich tatsächlich langsam Boutiquen an, bei denen sogar die wohlsituierten Nachbarn aus Prenzlauer Berg vorbeischauen. Um noch mehr Kunden anzulocken, veranstaltet das Berliner Wohnungsunternehmen "degewo" ein Mode-Festival zur der Fashion Week im Sommer: Wedding-Dress.
Zelt:
Das 3100 Quadratmeter große temporäre Gebäude hinter dem Brandenburger Tor, gesponsert von Mercedes Benz. Schauplatz der größten Laufstegvorführungen, Sehnsüchten und Akkreditierungsdramen am Einlass.