Best of Aprilscherz: Papst trifft sich mit Schwulen und Lesben

Das Oberhaupt der Katholiken zeigt neue Weltoffenheit: Bei seinem Besuch in Deutschland will sich Papst Benedikt XVI. mit Vertretern eines Lesben- und Schwulenverbandes treffen. Kaum zu glauben, wie so einige Nachrichten am Freitag.

Hamburg - Zweifel am Wahrheitsgehalt vieler Meldungen von diesem Freitag sind angebracht: Karl-Theodor zu Guttenberg wird Gottschalk-Nachfolger, EU-Bürger müssen für ihren Strom bald in Fitnessstudios strampeln, und die Partnersuche ist künftig mit einem Foto der Ex-Freundin möglich.

Wer das glaubt ist selber schuld, vor allem, weil an diesem Freitag der 1. April ist. Es ist der Tag der Aprilscherze.

Dass Medien das Datum für skurrile Witzmeldungen ausnutzen, hat Tradition. Schon 1957 schickte die britische BBC Zuschauer mit Bildern von der Schweizer Spaghetti-Ernte in den April. Der Sender interviewte "Pasta-Bauern". Die verwiesen auf den milden Winter, der die Ernte begünstigt habe. Viele Zuschauer glaubten der für ihre Zuverlässigkeit bekannten BBC.

Eine norwegische Zeitung wiederum berichtete 1987, vom Zoll beschlagnahmter Schmuggel-Alkohol werde am 1. April in der Stadt Bergen gratis an interessierte Einwohner ausgeschenkt. Hunderte an hohe Getränkepreise gewöhnte Norweger kamen. Die russische Nachrichtenagentur Itar-Tass meldete 1997, an Bord der Raumstation "Mir" sei ein Kosmonaut von einem Krokodil gebissen worden. Das Reptil sei bei Zuchtexperimenten aus dem Ei gekrochen. Zwei Jahre später setzte Itar-Tass noch eins drauf: Zehn afrikanische Krokodile sollten im sibirischen Baikal-See ausgesetzt werden, um dort die Artenvielfalt zu sichern.

2011 sieht es nicht viel besser aus. Auch heute hagelt es wieder Meldungen, die man sich ganz genau angucken sollte. Hier eine Auswahl:

Papst Benedikt XVI.: "Sexualpolitische Wende" im Vatikan? Zur Großansicht
dpa

Papst Benedikt XVI.: "Sexualpolitische Wende" im Vatikan?

Papst trifft Lesben und Schwule

Die Pius-Brüder fürchten eine "sexualpolitische Wende" und eine "päpstliche Diktatur des Relativismus" - schreibt zumindest der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) auf seiner Website. Der Grund für die Angst: Am Rande seines Deutschlandbesuches werde sich Papst Benedikt XVI. am 22. September 2011 mit LSVD-Vertretern treffen.

Der Verband begrüßt die "neue Dialogbereitschaft des Papstes". Schließlich handele es sich um das weltweit erste offizielle Treffen eines Papstes mit einem Lesben- und Schwulenverbandes. Das Gesprächsangebot des Vatikans komme überraschend, da Benedikt XVI. die Entscheidung demokratisch gewählter Parlamente zur rechtlichen Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare in der Vergangenheit als "Legalisierung des Bösen" bezeichnet habe.

Bundeskanzlerin Merkel: Von französischem Philosophen terrorisiert Zur Großansicht
AP

Bundeskanzlerin Merkel: Von französischem Philosophen terrorisiert

"Staatsfrau oder Hausfrau, Sie haben die Wahl"

Die Forderung des französischen Philosophen Bernard-Henri Lévy in der "Zeit" war eindeutig: "Westerwelle feuern". Doch jetzt will die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" erfahren haben, dass sich Lévy in den vergangenen Tagen in etlichen Handy-Gesprächen bei der Kanzlerin für eine Demission Westerwelles starkgemacht hatte. "Staatsfrau oder Hausfrau, Sie haben die Wahl", habe er zur Kanzlerin nach Auskunft von Merkels Vertrauter, der Forschungsministerin Annette Schavan, gesagt.

Merkel, so die Zeitung am 1. April, habe sich schließlich die permanente Anruferei Lévys auf ihrem Handy verbeten, was diesen wiederum derart verärgerte, "dass er - wie gewohnt mit voll verspiegelter Sonnenbrille und weit geöffnetem Hemd - von der deutschen zur französischen Baustelle zurück wechselte". Augenblicklich habe Lévy den Präsidenten im Elysee-Palast angerufen, um ihn zu einer Blitzreise ins japanische Strahlengebiet zu bewegen.

Stunden später sei Sarkozy dann tatsächlich nach Tokio aufgebrochen. Einen Abstecher nach Fukushima, um den ihn Lévy eindringlich gebeten hatte, soll Sarkozy jedoch beharrlich abgelehnt haben. "Die Strahlenbelastung von Lévys Handy ist offenbar sehr hoch."


Showübergabe? Thomas Gottschalk mit den Guttenbergs Zur Großansicht
dapd

Showübergabe? Thomas Gottschalk mit den Guttenbergs

Guttenberg übernimmt "Wetten, dass...?"

Comeback im Zweiten: Medienprofi und Minister a.D. Karl-Theodor zu Guttenberg übernimmt nach Informationen des Online-Mediendienstes turi2 als Nachfolger von Thomas Gottschalk die Moderation der ZDF-Show "Wetten, dass...?". Ehefrau Stephanie kündigt demnach bei RTL II und ersetzt Michelle Hunziker als Co-Moderatorin. Schneller als erwartet mache Guttenberg damit seine Facebook-Ankündigung "Wir werden voneinander hören" wahr. ZDF-Intendant Markus Schächter lobt den Neuen in höchsten Tönen: "Guttenberg steht für inszenierte Auftritte, reichlich Show und grenzwertige Sprüche - genau das, was wir am Samstagabend brauchen."

Eingefädelt habe den Deal dem Vernehmen nach Regierungssprecher und Ex-"heute"-Mann Steffen Seibert. Auf Guttenbergs besonderen Wunsch werde die erste Show im Audimax der Universität Bayreuth stattfinden. Bei der Saalwette sollen fünfzehn Studenten der Rechtswissenschaft beweisen, dass sie live während der Sendung eine Doktorarbeit aus dem Internet zusammenkopieren können.


Finde eine Freundin, die so aussieht wie deine Ex!

Die Mode-Plattform stylight.de will ihren angeblichen Ableger myGirlFinder.de bekanntmachen. "Es ist ja kein Geheimnis, dass Männer gerne einem bestimmten Frauentyp treu bleiben", sagt Stylight-Boss Benjamin Günther.

In der Praxis funktioniere das Ganze sehr einfach: Man lade ein Foto seiner Ex hoch, füge einige ergänzende Suchkriterien wie Stadt, Alter und Ausbildung hinzu und starte die Suchabfrage. Innerhalb von Sekunden sichte die neue Software dann Dutzende von großen Online-Partnerbörsen und schlage verschiedene Kandidatinnen vor, die in Frage kommen, so Günther.

Das Ergebnis klingt zu schön, um wahr zu sein. "Wir waren nach den ersten Testläufen selbst erstaunt, wie perfekt diese neue Technik funktioniert! Einige Testkandidaten konnten die als neue Freundin vorgeschlagene Frau kaum von der alten unterscheiden - manche hielten sie sogar für deren Zwillingsschwester", sagt Günther.


Lösung aller Energiesorgen: Strampeln für mehr Strom? Zur Großansicht
W Barcelona

Lösung aller Energiesorgen: Strampeln für mehr Strom?

EU-Kommission will Stromerzeugung in Fitnessstudios

Neue Idee made in Büssel: Der Europaabgeordnete Herbert Reul (CDU) begrüßt einen Verordnungsvorschlag zur Erzeugung von Strom in Fitnessstudios in der EU. "Der Gedanke ist denkbar einfach", sagt Reul. Allein in Deutschland gingen über sechs Millionen Menschen regelmäßig ins Fitnessstudio. "Viele steigen dort zum Beispiel aufs Fahrrad. Schon ein Anfänger erzeugt auf diese Weise 100 bis 150 Watt Energie, ein Profi bringt es sogar auf rund 600 Watt. Diese Energie darf nicht länger verschwendet werden."

Daher sollen ab 2012 alle Fitnessstudios in der EU die dort erzeugte Energie für die Stromversorgung nutzen. "Die Studios können dann selbst entscheiden, ob sie den Strom lieber ins Netz einspeisen, selbst nutzen oder gar speichern wollen, um ihn zu Zeiten, in denen wenig Wind weht und daher die Strompreise steigen, selbst zu nutzen." Sie könnten neue Tarifmodelle anbieten, die sogar leistungsfördernd wirken, so Reul. "Wer mehr Strom produziert, zahlt eine geringere Gebühr. Auf diese Weise profitieren alle, und es wird vor allem der Energieverschwendung in Fitnessstudios ein Riegel vorgeschoben."


Fußballprofi Asamoah (2.v.l.): Jubel über Siegtreffer gegen den HSV Zur Großansicht
DPA

Fußballprofi Asamoah (2.v.l.): Jubel über Siegtreffer gegen den HSV

St. Pauli verliert Derbysieg

Nach einer Entscheidung des DFB wird dem FC St. Pauli der Derbysieg vom 16. Februar 2011 gegen den Hamburger SV aberkannt. Das Fußballmagazin "11Freunde" meldet, Mitarbeiter des Hamburger SV hätten bei einem nachträglichen Videostudium der Partie festgestellt, dass der FC St. Pauli im Moment des Kopfballtors von Gerald Asamoah (59. Minute) mit einem Spieler zu viel auf dem Feld stand. Der HSV legte demnach Protest ein, dem der Verband nun in einem Eilverfahren stattgegeben habe. Das Spiel werde 3:0 für den HSV gewertet.

"Wir danken dem Hamburger SV für den videogestützten Hinweis der Regelverletzung. Nur so konnten wir diese Entscheidung einstimmig fällen", zitiert das Magazin den Vorsitzenden des DFB-Schiedsrichterausschusses, Herbert Fandel. "Der Einsatz von mehr als elf Spielern ist eine grobe Unsportlichkeit, die umstandslos bestraft werden muss. Deswegen kam das Schiedsgericht zu dieser relativ harten Strafe gegen den FC St. Pauli."


Thilo Sarrazin: Würde er die Berliner FDP aus ihrem Umfragetief ziehen? Zur Großansicht
dapd

Thilo Sarrazin: Würde er die Berliner FDP aus ihrem Umfragetief ziehen?

Sarrazin soll FDP-Spitzenkandidat in Berlin werden

Die Berliner FDP versucht laut "Tagesspiegel" verzweifelt, aus ihrem Umfragetief herauszukommen. Auf dem kommenden Landesparteitag soll Thilo Sarrazin als Spitzenkandidat für die Wahl im September nominiert werden. Der Buchautor ("Deutschland schafft sich ab"), Ex-Bundesbankvorstand und frühere Berliner Finanzsenator gelte wegen seiner Kritik an Sozialleistungsempfängern bei den leistungsorientierten Liberalen als Idealbesetzung, heißt es in dem Bericht.

Der Landesvorstand halte mit Sarrazin ein zweistelliges Ergebnis für realistisch. "Er hat in einem Jahr mehr Bücher verkauft als die Mitglieder der SPD lesen können", zitiert die Zeitung einen Spitzenliberalen. Mit dem früheren Senator gewinne die FDP nicht nur einen exzellenten Finanzexperten, sondern auch einen rhetorisch brillanten Sympathieträger.


Polizeikontrolle: Aprilscherz machte Verkehrssündern kurz Hoffnung Zur Großansicht
DPA

Polizeikontrolle: Aprilscherz machte Verkehrssündern kurz Hoffnung

Per Lotterie zum Punktverlust in Flensburg

Diesen Aprilscherz wollten viele gern glauben: Das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg erlässt Verkehrssündern 60.000 Punkte, um sein Image aufzupolieren. Mehrere Radiosender hatten den Aprilscherz organisiert. "Bei uns steht das Telefon nicht mehr still, wir bekommen unzählige Mails", sagte Martin Hülsmann, Sprecher des schleswig-holsteinischen Senders RSH.

Auf www.punkteerlass.de könne man sich an einer Lotterie beteiligen, hieß es in den Berichten der Radiosender. Den Gewinnern sollte angeblich ein Punkt aus der Verkehrssünderkartei gestrichen werden. Auch Fahrer, die noch keine Punkte hätten, könnten mitmachen und ihren Gewinnpunkt später einsetzen, meldete RSH. Das Kraftfahrt-Bundesamt distanzierte sich im Internet von der Aktion.

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1. Das stand auch schon in der Bildzeitung:
LiGo 01.04.2011
http://www.merkur-online.de/lokales/stadt-muenchen/guttenberg-ziert-muenchner-stadtbild-1146931.html
2. 1. April
christiane006 01.04.2011
Zitat von sysopKann das wahr sein? Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg soll bei "Wetten, dass..?" Nachfolger von Thomas Gottschalk werden,*seine Ehefrau*Stephanie Co-Moderatorin Michelle Hunziker ersetzen. Kaum zu glauben - wie so einige Nachrichten an diesem Tag. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,754406,00.html
April, April...
3. Cem-Air
wago 01.04.2011
guckst Du hier: http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.stuttgart-21-heissluft-helikopter-ersetzt-bahntunnel.2c05048d-824b-4e64-aff0-8cf3f4df062b.html
4. Ist aber doch ein wirklich guter Vorschlag
Tage_des_Zorns 01.04.2011
nachem sich Deutschland abgeadelt hat!
5. Nur diesen Scherz finde ich nicht lustig
marvinw 01.04.2011
---Zitat--- Kann das wahr sein? Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg soll bei "Wetten, dass..?" ---Zitatende--- Der penetrante Lügenbaron war schon oft genug in der Presse, ich brauche nicht mal einen Scherz wo er drin ist. Ich habe aber nichts dagegen wenn auf dem Klopapier seine Doktorarbeit gedruckt wird. Ich würde es kaufen.
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