Bewährung Gericht reduziert Strafe für Autobahnraser

Das Landgericht Karlsruhe hat den Angeklagten Rolf F. im Raserprozess zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt. Das Gericht sah es in zweiter Instanz ebenfalls als erwiesen an, dass der Ingenieur Verursacher des Unfalls war, bei dem zwei Menschen zu Tode kamen. Allerdings fiel die Strafe deutlich milder aus als die der ersten Instanz.


Unfallstelle an der A 5 bei Karlsruhe: Raser zu Bewährungsstrafe verurteilt
AP

Unfallstelle an der A 5 bei Karlsruhe: Raser zu Bewährungsstrafe verurteilt

Karlsruhe - Nach Überzeugung des Gerichts war Rolf F. der Drängler, der für den Tod einer 21-jährigen Autofahrerin und ihrer zweijährigen Tochter verantwortlich war. Das Amtsgericht Karlsruhe hatte den 35-Jährigen im Februar zu 18 Monaten ohne Bewährung verurteilt.

Zur Begründung sagte der Vorsitzende Richter Harald Kiwull, dem Angeklagten habe nicht nachgewiesen werden können, dass er ein "Rambo der Straße" sei. Außerdem sei der 35-Jährige durch das Verfahren "für lange Zeit gebrandmarkt".

Die Staatsanwaltschaft hatte gefordert, die erstinstanzliche Freiheitsstrafe zu bestätigen. Der Verteidiger des Ingenieurs hatte indes Freispruch beantragt. Sein Mandant könne nicht der Fahrer gewesen sein. Beide Seiten hatten dem Gericht umfangreiche Weg-Zeit-Berechnungen präsentiert, um den zeitlichen Ablauf am Unglückstag nachzuzeichnen.

Verteidiger Georg Prasser kritisierte die Entscheidung als "falsches Urteil". Sein Mandant, der das Urteil äußerlich reglos aufnahm, sei enttäuscht. Der Angeklagte will nun Revision beim Oberlandesgericht Karlsruhe einlegen. Der Mann hatte stets seine Unschuld beteuert. Auch die Staatsanwaltschaft prüft, ob sie Revision einlegt.



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