Protest gegen Krokodiltötungen Die Birkin Bag braucht einen neuen Namen

Jane Birkin hat geschafft, wovon viele träumen: Einer der berühmtesten Luxusartikel ist nach ihr benannt - die Birkin Bag. Doch nun zieht sie ihren Namen zurück. Aus Ärger darüber, wie Krokodile für diese Tasche sterben müssen.

AFP

Die Birkin Bag gehört seit drei Jahrzehnten zu den wichtigsten Statussymbolen für reiche Frauen. Oder für Frauen, die einen reichen Partner haben. Die Modemarke Hermès fertigt die Handtasche nur auf Bestellung an, bis zu sechs Jahre müssen Interessenten warten, bis sie das Stück in den Händen halten.

Dafür müssen Kundinnen in der Grundausstattung mindestens 8.000 Euro hinlegen, die Ausführung in Krokodilleder ist ab 33.000 Euro zu haben. Im vergangenen Monat versteigerte das Auktionshaus Christie's eine Birkin mit Diamantbesatz für 200.000 Euro.

Doch nun muss sich Hermès offenbar einen neuen Namen für sein Aushängeschild überlegen. Denn Jane Birkin, die Schauspielerin, nach der die Tasche benannt wurde, will nicht mehr, dass die Tasche ihren Namen trägt.

Auslöser ist ein Video, das die Tierschutzorganisation Peta veröffentlicht hat. Dort ist zu sehen, wie Krokodile weltweit zu Tode gehackt werden oder bei lebendigem Leib gehäutet werden. Nach Angaben von Peta müssen für eine Birkin Bag aus Krokodilleder zwei bis drei Reptilien sterben.

"Ich bin alarmiert über die Grausamkeiten, die Krokodile erleiden müssen für die Produktion von Taschen, die meinen Namen tragen", teilte Birkin mit. "Ich habe Hermès gebeten, die Birkin umzubenennen, bis bessere Methoden nach internationalen Normen umgesetzt werden für die Produktion dieser Tasche."

Das Unternehmen reagierte verständnisvoll. "Hermès respektiert und teilt ihre Emotionen und war ebenso schockiert von den jüngsten Bildern", teilte das Pariser Unternehmen mit. "Ihre Äußerungen haben keinen Einfluss auf unsere Freundschaft und das gegenseitige Vertrauen, das wir seit so vielen Jahren teilen." Ob Hermès die Damenhandtasche nun wirklich umbenennt, ließ der Sprecher offen.

Die Idee zur Birkin Bag entstand, nachdem der damalige Hermès-Chef Jean-Louis Dumas 1981 während eines Flugs von Paris nach London neben Birkin saß. Der britischen Schauspielerin fiel der Inhalt ihrer Tasche aus dem Gepäckfach und sie beklagte sich bei Dumas, dass sie seit Jahren nach einer passenden Ledertasche für das Wochenende, einem Weekender, suche.

Drei Jahre später brachte Hermès Birkins Wunschtasche auf den Markt. Seither trägt sie den Namen der langjährigen Muse von Serge Gainsbourg. Bis jetzt.

syd/Reuters



insgesamt 25 Beiträge
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99luftballons 29.07.2015
1. LoL
-Die Idee zur Birkin Bag entstand, nachdem der damalige Hermès-Chef Jean-Louis Dumas 1981 während eines Flugs von Paris nach London neben Birkin saß- Abe so Krokodilledern sah sie doch nichtmal in den letzten Jahren aus. Naja, als fast 70 jaehrige braucht es keine elitaere werbung mehr. Oder muessen wir annehmen, das sie sich vorher nie um Berichte dieser art gekuemmert hat? Also nur jedes Jahr 'ihr' Taeschchen bekam, und gut war es?
asdfred 29.07.2015
2.
könnte mehr Sorgfalt auf die Auswahl der Lederzulieferer legen. Der Preis ist doch zweitrangig und kann dafür auch beliebig erhöht werden. Ich hoffe nicht das Hermès eine Umbenennung auch nur ernsthaft in Erwägung zieht, dass würde dem Klassiker BB doch einiges an Charme entziehen.
zorga 29.07.2015
3. Naja
besser als Nichts. Aber würden die Krokodile "human" getötet, hätte sie kein Problem mit der Tasche...
mkissed 29.07.2015
4. umbenennen reicht nicht!
Hermes sollte alle Taschen aus Kroko-Leder oder anderer Tierquälerei vom Markt nehmen. Umbenennen, aber weitermachen zeugt von Respekt vor Frau Birkin, aber nicht vor den Tieren!
outsider-realist 29.07.2015
5.
Danke Jane.....schön das auch Hermes von den Bildern "geschockt" war. Leider reicht der Schock nur dazu, einen anderen Namen für diese Tasche zu suchen und nicht solche Artikel aus dem Sortiment zu nehmen.
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