Rassismus-Vorwürfe Kein Fifa-Verfahren gegen DFB

Im Fall einiger schwarz geschminkter WM-Fans wird die Fifa kein Ermittlungsverfahren gegen den DFB einleiten. Eine Anti-Diskriminierungs-Gruppe hatte sich durch die Aktion an das rassistische "Blackfacing" erinnert gefühlt.

Deutsche Fans beim Spiel gegen Ghana: "Keine Grundlage" für Ermittlungsverfahren
AFP

Deutsche Fans beim Spiel gegen Ghana: "Keine Grundlage" für Ermittlungsverfahren


Rio de Janeiro - Der Fußball-Weltverband Fifa wird wegen des Auftritts einiger schwarz geschminkter Fußballfans bei der Begegnung Deutschland gegen Ghana kein Ermittlungsverfahren gegen den Deutschen Fußball-Verband (DFB) einleiten. Das gab die FIFA am Dienstag in Rio de Janeiro bekannt.

Nach der Begegnung in Fortaleza waren in sozialen Netzwerken Fotos mutmaßlich deutscher Zuschauer aufgetaucht, die sich ihre weißen Gesichter schwarz angemalt hatten. Auf ihre T-Shirts hatten sie zudem "Ghana" geschrieben. Das Anti-Diskriminierungs-Netzwerk Fare fühlte sich durch diese Aktion an das rassistisch geprägte "Blackfacing" erinnert, das in den USA des 19. Jahrhunderts verbreitet war. Die Gruppe forderte die Fifa deshalb auf, Untersuchungen wegen diskriminierenden Verhaltens einzuleiten.

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Eine Veranlassung für ein Verfahren sieht die Fifa allerdings nicht - "weil es keine legale oder faktische Grundlage dafür gibt", wie Sprecherin Delia Fischer sagte.

Fallengelassen wurde zudem das Verfahren gegen den nationalen Fußballverband Mexikos wegen homophober Rufe mexikanischer Fans. Claudio Sulser, Vorsitzender des zuständigen Disziplinarkomitees, stellte "keinen Bruch des Artikels 67 des Fifa-Disziplinarreglements fest", wie er mitteilte. Demnach haftet der Heimverband für das Verhalten der Zuschauer, auch wenn ihn keine Schuld trifft. Die Fans sollen im ersten Gruppenspiel am 13. Juni in Natal Kameruns Torwart Charles Itandje beschimpft haben.

Die Fifa ermutigte laut Fischer dennoch die Sicherheitsleute in den Stadien, wachsam zu bleiben, um mögliche Fälle von Diskriminierung zu verhindern. Fischer betonte, dass der Weltverband keine dieser Angelegenheiten auf die leichte Schulter nehme. "Wir verurteilen jegliche Form von Diskriminierung, wie es auch in unseren Statuten festgehalten ist."

rls/sid

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