Blitzeis in Deutschland Hunderte Unfälle - mehrere Schwerverletzte

Blitzeis hat in weiten Teilen Deutschlands für spiegelglatte Straßen gesorgt. Es gab Hunderte Unfälle, mehrere Autobahnen waren zeitweise gesperrt.

DPA

Rutschige Gehwege, glatte Straßen: Regen und gefrorene Böden haben seit gestern Abend vor allem im Süden und Westen Deutschlands für Blitzeis gesorgt. Hunderte Autos rutschten von den Straßen, Dutzende Menschen wurden verletzt, die meisten glücklicherweise nur leicht. Vielerorts wurden nach Unfällen Autobahnen zeitweise gesperrt, Winter- und Abschleppdienste waren im Dauereinsatz. Mit Kranwagen wurden umgekippte oder in Böschungen gerutschte Lastwagen geborgen. In Stuttgart wurde ein Auto aus dem Neckar geholt.

Auch am Samstagvormittag wurde weiter vor glatten Straßen gewarnt. "Wer es nicht unbedingt braucht, soll sein Auto in den Vormittagsstunden stehen lassen", sagte ein Polizeisprecher in Magdeburg. Die Hauptstraßen in den Städten seien geräumt und gestreut, auf den Nebenstraßen sei es jedoch spiegelglatt, hieß es in Niedersachsen.

Mindestens drei Menschen seien bei Unfällen schwer, viele weitere leicht verletzt worden, teilten Polizei und Innenministerium in Baden-Württemberg am Morgen mit. Auf der A81 nahe Heilbronn krachten neun Fahrzeuge ineinander, darunter ein Sattelzug und ein Reisebus. Eine 25-Jährige erlitt schwere Verletzungen. In Stuttgart rutschte ein Auto vom Uferdamm in den Neckar. Fahrer und Beifahrer konnten sich befreien und wurden von Rettungskräften aus dem eisigen Wasser gezogen. Insgesamt wurden in Baden-Württemberg zunächst mehr als 140 Glätte-Unfälle erfasst.

Auch in anderen Regionen krachte es. So etwa in Thüringen auf der A4, A9 und A71 mehrfach. Zudem sorgten quer stehende Laster zeitweise für Stau. Auf der A9 Richtung Berlin kam der Fahrer eines mit Äpfeln beladenen Lastwagens von der Fahrbahn ab. Der Lkw sei einen Abhang hinuntergerutscht und der Fahrer eingeklemmt worden, berichtete die Polizei. Auf der A71 überschlug sich ein Auto und blieb auf dem Dach liegen. Der Fahrer wurde verletzt.

Blechschäden in Niedersachsen

In Saarbrücken verwandelten sich die Gehwege innerhalb weniger Minuten in eisglatte Rutschbahnen. "Mehrere Fußgänger fielen hin und taten sich weh", sagte ein Sprecher der Polizei. In Wiesbaden stürzten mehrere Frauen in hohen Schuhen zu Boden, als sie am Abend ein Theater verließen und auf dem Eis das Gleichgewicht verloren.

In Niedersachsen wurden vier Insassen eines Kleinbusses leicht verletzt, als ihr Fahrzeug in der Nacht nahe Ankum von der Straße rutschte, wie die Polizei mitteilte. Die Polizei in Gießen zählte 25 Glätte-Unfälle, bei denen ein Gesamtschaden von mehreren Zehntausend Euro entstand. Auf der Autobahn 2 nahe Hannover rutschten mehrere Wagen in die Leitplanken. "Es blieb aber wohl bei Blechschäden", sagte eine Polizeisprecherin. Berlin war zunächst nicht betroffen. "Hier ist alles im grünen Bereich", hieß es bei der Polizei.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte am Freitagabend vor Glatteis in weiten Teilen des Landes sowie vor Behinderungen auf der Straße und im Schienenverkehr gewarnt. Blitzeis entsteht, wenn es nach einer winterlichen Kälteperiode wieder wärmer wird und Niederschlag als Regen auf den gefrorenen Boden trifft. In einigen Regionen schneite es zunächst noch.

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