Blondinen-Parade: Lettinnen bekämpfen die Rezession mit Liebreiz

Ungewöhnliche Krisenmedizin: Mit einer Parade durch die Hauptstadt Riga haben lettische Schönheiten für einen Augenblick die Düsternis der Weltwirtschaftskrise überstrahlt. Der globale Abschwung hat den baltischen Staat besonders hart getroffen.

Riga - Schöne Aussichten in Riga: Angeführt von einer blonden Kappelle sind am Sonntag mehr als 500 hellhaarige Schönheiten durch die lettische Hauptstadt prozessiert. Ganz in Rosa und Weiß waren sie gekleidet, nicht wenige waren von ihrem Schoßhündchen begleitet - natürlich im farblich passenden Outfit.

Der Aufmarsch der blonden Schönen, Teil eines "blonden Wochenendes", diente nach Angaben der Veranstalterinnen einem durchaus ambitionierten Ziel: Die Beautys wollten mit ihrer Präsenz für einen Moment die Düsternis der globalen Rezession überstrahlen. Sie wollten die Krise sozusagen wegcircen.

Gegen Blondinen-Klischees wehrten sie sich dabei vehement: "Ich bin schön, aber nicht blöd", verteidigte sich Teilnehmerin Ilona Zigure. Die Studentin sagte, sie hoffe, einfach mit ihrer "positiven Energie" die von der Wirtschaftskrise deprimierten Landsleute anzustecken.

Im Publikum kam die Parade der Anmut offenbar bei beiden Geschlechtern gut an. "Endlich mal etwas Positives", sagte eine 70-jährige Zuschauerin. "Ich kann die Reden über die Krise nicht mehr hören."

Auf dem Programm des "blonden Wochenendes" stehen außer dem Krisenmarsch unter anderem noch ein Golfturnier, eine Modenschau, ein Ball sowie ein Malwettbewerb für Kinder. Von den Einnahmen und Spenden wollen die Organisatorinnen vom lettischen Verband blonder Frauen einen Spielplatz für behinderte Kinder bauen lassen.

Lettland mit seinen 2,3 Millionen Einwohnern durchlebt derzeit von allen 27 EU-Staaten die schwerste Rezession. In den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen ist ein stürmischer Aufschwung, der vor allem vom Konsum beflügelt wurde, wegen der Finanzkrise jäh zum Erliegen gekommen.

ssu/AFP

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