Russische Wut auf "Bloodhound Gang" Der Bassist, die Flagge und die Hose

Erst wurden sie von einem Festival ausgeladen, dann flogen Eier, und der Kulturminister twitterte: "Diese Idioten!" Die US-Spaßgruppe Bloodhound Gang hat in Russland mächtig Zorn auf sich gezogen. Schuld waren der Bassist und eine russische Flagge in seiner Hose.


Moskau - Dass sich die Bloodhound Gang auf und abseits der Bühne ein bisschen daneben benimmt, wäre an sich keine Neuigkeit. Doch nun hat ihr eine Aktion, die für die Band ganz normal ist, beträchtlichen Ärger in Russland beschert.

Die US-Spaßtruppe wurde von einem Festival wieder ausgeladen, mit Eiern beschmissen und aus ihrem Flieger wieder herausgeholt. Es stehen gar Ermittlungen der russischen Behörden im Raum.

Grund für die Aufregung: In Russland waren Videoaufnahmen aufgetaucht, die einen Auftritt der US-Band am Mittwoch in der ukrainischen Hafenstadt Odessa zeigten. Darauf zieht sich Bassist Jared Hasselhoff, Spitzname Evil, eine russische Flagge durch die Hose - er stopft sie vorne rein und zieht sie hinten wieder raus. Dann ruft er ins Publikum: "Erzählt das nicht Putin!"

Die Regierung in Moskau bekam es dennoch mit. Der russische Kulturminister Wladimir Medinski twitterte am Freitag: "Die Bloodhound Gang packt ihre Sachen, diese Idioten werden nicht in Kuban auftreten."

Auf dem Kubana-Festival im Süden Russlands sollte die Band eigentlich am Freitagabend spielen, der Gig wurde dann abgesagt. Am Samstag bestätigte die Sprecherin des Festivals, dass man den Auftritt wegen des Flaggenvorfalls gestrichen habe.

Das war aber noch längst nicht alles. Hasselhoff wurde am Samstag dann laut Innenministerium noch von der Polizei vernommen. Ermittler sollten prüfen, ob der Amerikaner mit Schändung der russischen Flagge angeklagt werden könne. Und auf dem Weg zum Flughafen erwischten dann noch Mitglieder einer Pro-Kreml-Jugendtruppe die US-Band. Sie warfen mit Eiern und Tomaten auf deren Wagen.

Auf dem Flughafen selbst mussten die Musiker dann noch mal den Flieger nach Moskau verlassen. Noch ein Verhör, dann konnten sie abheben, Richtung Moskau.

Hasselhoff selbst nahm aber noch auf einer Pressekonferenz Stellung. Laut der russischen Nachrichtenseite Yuga.ru sagte er, er habe niemanden damit angreifen wollen. Es sei eine Tradition der Band, dass das, was auf die Bühne geworfen werde, durch seine Hose muss. So einfach sei das.

fab/AP

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