Nordrhein-Westfalen Mindestens zwei Tote bei Großbrand in Bochumer Uniklinik

Bei einem Feuer in einem Krankenhaus in Bochum sind in der Nacht mehrere Menschen gestorben. 16 weitere Menschen wurden verletzt, mehrere von ihnen sollen in Lebensgefahr schweben.


In Bochum sind bei einem Feuer im Universitätsklinikum Bergmannsheil zwei Menschen gestorben. Weitere 16 seien bei dem Unglück verletzt worden, teilte die Stadt Bochum mit. Demnach schweben sieben der Verletzten in Lebensgefahr - die Polizei spricht von drei Schwerverletzten. Erst am Vormittag teilten die Rettungskräfte mit, dass das Feuer weitgehend unter Kontrolle sei.

Laut Feuerwehr waren die Rettungskräfte um 2.35 Uhr gerufen worden, nachdem ein Patientenzimmer im sechsten Obergeschoss in Brand geraten war. Die Polizei geht davon aus, dass das verheerende Feuer in der Etage unter einem Operationssaal ausgebrochen ist.

Die Brandursache ist noch unklar. Das Feuer sei im Zimmer eines Patienten ausgebrochen, der auch bei dem Brand ums Leben gekommen sei, sagte der Einsatzleiter der Feuerwehr. Das andere Todesopfer soll in einem Nachbarzimmer gelegen haben. Das Feuer hatte sich laut Feuerwehr innerhalb weniger Minuten ausgebreitet und vom sechsten Stock des Hauses aus auf die siebte und achte Etage sowie auf das Dachgeschoss übergegriffen.

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Die Einsatzkräfte waren von dem Ausmaß überrascht, als sie am Brandort eintraf. "Das Brandereignis war viel weiter fortgeschritten, als zu vermuten war", sagte Gottfried Wingler-Scholz von der Bochumer Feuerwehr. Klinikmitarbeiter hätten "an allen Ecken und Enden mitgeholfen". Teils sei hinter den Menschen, die sich an Fenstern bemerkbar machten, schon der Feuerschein zu sehen gewesen.

Die Feuerwehr war mit 165 Einsatzkräften vor Ort, die Polizei nach eigenen Angaben mit 400 weiteren Beamten. Unterstützung kam von Feuerwehren aus Dortmund, Gelsenkirchen und Herne sowie dem Technischen Hilfswerk Bochum.

Der Brand sei in einer Abteilung ausgebrochen, in der Infekte behandelt wurden, sagte Thomas Schildhauer, der Ärztliche Direktor der Klinik. Es seien auch bettlägerige Patienten versorgt worden. Das Krankenhaus sei jedoch nicht in der Notfallversorgung eingeschränkt. "Es sind keine Operationsbereiche betroffen", so Schildhauer.

Das Ausmaß des Feuers könnte von einem Bettenlager verstärkt worden sein, sagte Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) bei einem Besuch am Unglücksort. "Das muss man jetzt klären, das ist die erste Information, dass in einem Geschoss darüber eben halt Betten gelagert wurden." Dies habe möglicherweise zusätzlich dazu beigetragen, dass der Brand diese Dimension bekommen habe.

Mindestens eines der oberen Stockwerke der Klinik brannte völlig aus. Das Dach des 1985 in Betrieb genommenen Trakts ist völlig zerstört, durch die enorme Hitze des Feuers sind Fenster und Möbel geschmolzen. Die Feuerwehr rechnet damit, dass die Löscharbeiten noch Stunden andauern werden. Anwohnern wurde empfohlen, wegen der Rauchentwicklung Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Mehrere Stockwerke der Klinik seien evakuiert worden, hieß es. Möglicherweise müsse der gesamte Trakt geräumt werden. Die Stadt Bochum teilte auf Twitter mit, dass von 180 betroffenen Patienten etwa hundert kurzfristig entlassen und 80 intern verlegt würden. Das gesamte Krankenhaus nehme derzeit keine Patienten auf, Operationen fänden bis auf weiteres nicht statt.

Das berufsgenossenschaftliche Universitätsklinikum Bergmannsheil ist eines der größten Krankenhäuser des Ruhrgebiets. Das 1890 gegründete Krankenhaus verfügt über etwa 650 Betten und versorgt nach eigenen Angaben jedes Jahr mehr als 80.000 Patienten in 23 Kliniken und Fachabteilungen.

mxw/dpa/AFP

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