Abgestürzte Boeing Flugschreiber sollen in Deutschland untersucht werden

Die Flugschreiber der in Äthiopien verunglückten Boeing 737 Max 8 sollen in Deutschland ausgewertet werden. Das teilte die Fluglinie Ethiopian Airlines mit.

Trümmer der Boeing 737 Max 8
STRINGER/EPA-EFE/REX

Trümmer der Boeing 737 Max 8


Warum stürzte eine Boeing 737 Max 8 von Ethiopian Airlines ab? Die Auswertung der Flugschreiber könnte Aufschluss darüber geben. Die Geräte sollen nach Deutschland gebracht werden, teilte ein Sprecher der Fluggesellschaft mit. Dort soll der Flugschreiber dann ausgewertet werden.

Die sogenannten Blackboxes zeichnen den Sprechfunk im Cockpit und alle Flugdaten auf, weswegen sie für die Klärung der Unglücksursache entscheidend sind. Normalerweise werden die Untersuchungen im Herstellerland vorgenommen. Im Fall der verunglückten Boeing wären das die USA. Die Entscheidung der Airline für Deutschland könnte daher als Misstrauen gegenüber Boeing ausgelegt werden.

Die Flugschreiber sind so konstruiert, dass sie Temperaturen von bis zu 1100 Grad Celsius und Wasserdruck in 6000 Metern Tiefe aushalten sollen. Die Sprachrekorder nimmt Geräusche im Cockpit auf, darunter auch die Gespräche der Piloten und Funksprüche. Aus den Informationen des Datenrekorders - etwa Flughöhe, Geschwindigkeit, Einstellungen des Flugzeugs - lässt sich am Computer der Flug der Maschine rekonstruieren.

Europa und weite Teilen Asiens haben den Flugzeugtyp mit einem Startverbot belegt. An den deutschen Flughäfen gab es am Mittwoch für die Passagiere zunächst nur geringe Einschränkungen. Am größten deutschen Airport in Frankfurt waren von dem am Dienstag verhängten europaweiten Flugverbot lediglich zwei Flüge betroffen, in anderen Städten gab es gar keine Auswirkungen.

Die Boeing 737 Max 8 der Ethiopian Airlines war am Sonntag in Äthiopien abgestürzt. Das Unglück mit 157 Toten ereignete sich nur fünf Monate nach einem ähnlichen Absturz des Modells in Indonesien. Damals kamen 189 Menschen ums Leben. Die Aufzeichnungen der Blackbox hatten damals gezeigt, wie die Piloten verzweifelt versucht hatten, die Nase des Flugzeugs kurz nach dem Start nach oben zu ziehen - erfolglos.

fek/dpa/Reuters



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