Verschollene Boeing China will mögliche MH370-Trümmer gesichtet haben

Bei der Suche nach der verschwundenen Boeing gibt es eine neue Spur: Laut malaysischen Behörden hat China auf Satellitenbildern mögliche Trümmer der Malaysia-Airlines-Maschine entdeckt. Sie sollen sich im südlichen Flugkorridor befinden.

REUTERS/ CCTV/ Reuters TV

Perth - Es gibt möglicherweise eine neue Spur im Fall der vermissten Boeing: Dem malaysischen Verkehrsminister Hishammuddin Hussein zufolge hat China auf Satellitenbildern mögliche Trümmer der verschollenen Boeing entdeckt. Die Objekte sollen sich demnach im südlichen Flugkorridor befinden. China bestätigte die Sichtung und wollte sich bald selbst zu den Aufnahmen äußern.

Der chinesischen Behörde für Wissenschaft, Technologie, Industrie und Verteidigung zufolge liegt die Fundstelle etwa 120 Kilometer westlich von dem Ort entfernt, an dem die australischen Satelliten Objekte gemeldet hatten. Demnach sind die chinesischen Aufnahmen des hochauflösenden "Gaofen 1"-Satelliten auf den 18. März datiert - zwei Tage älter also, als die australischen Aufnahmen.

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Boeing-Flug MH370: Hoffnung aus China
Um wie viele Teile es sich handelt, war zunächst unklar. Ein Objekt soll laut Hussein 22,5 Meter lang und 13 Meter breit sein. Peking werde Schiffe zu der fraglichen Stelle schicken, um nach möglichen Wrackteilen des seit zwei Wochen verschwundenen malaysischen Flugzeugs zu suchen, so der Verkehrsminister.

Indien teilte den malaysischen Ermittlern derweil mit, dass es keine Hinweise darauf gebe, dass Flug MH370 den Luftraum des Landes gekreuzt habe. Dies habe die Überprüfung der Radardaten ergeben.

Damit verdichten sich die Hinweise darauf, dass Flug MH370 tatsächlich eine südliche Route nahm. Vor zwei Tagen hatte Australien Satellitenbilder vom 16. März weitergegeben, die zwei Objekte 2500 Kilometer westlich von Perth zeigten. Es war eine "erste glaubhafte" Spur, wie der australische Premier Tony Abbott sagte. Allerdings war die Spur zuletzt immer schwächer geworden, denn trotz eines massiven Suchaufgebots wurden die 24 und fünf Meter langen Objekte nicht gefunden. Das Suchgebiet war daraufhin wieder ausgeweitet worden.

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Hussein hatte zuvor gesagt, seine größte Sorge sei derzeit, dass die Suche bald erneut auf zwei Korridore ausgedehnt werden müsse - den im Süden und den im Nordwesten.

Unterdessen hat Malaysia die USA um Unterstützung bei der Suche unter Wasser gebeten. Dem Pentagon zufolge sei eine Anfrage eingegangen, wonach die Malaysier Equipment zur Unterwasserüberwachung angefordert hätten. Man werde nun überprüfen, ob die Geräte zur Verfügung stünden und inwieweit sie nützlich seien, sagte ein Sprecher.

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gam/Reuters/AP/AFP

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Vormwalde 22.03.2014
1. Flug MH370
Unvorstellbar was die Angehörigen der vermissten Maschine zurzeit durchleben müssen. Ich finde es beachtlich, welche Anstrengungen unternommen werden, um die Vermissten, das Flugzeug, oder die Wrackteile zu finden, auch wenn wohl kaum mit der Rettung der Passagiere und Crew mehr zu rechnen ist. Es ist wohl das eingetreten, was jeder Fluggast insgeheim befürchtet. Jedenfalls wünsche ich der Suchmannschaft kurzfristigen Erfolg, damit die Ungewissenheit ein Ende hat.
CHinVN 22.03.2014
2. Klare Angaben
Ganz im Sinne der Chinesischen Kritik an Malaysia wäre es angebracht, die Koordinaten der gesichteten Teile zu veröffentlichen ... Mich wundert eh, dass CN die Malaysischen Behörden nicht sofort massiv bei der Suche unterstützt hat.
grey-2 22.03.2014
3. gefährliche Ladung
Daily Mail berichtet, dass die Maschine eine Ladung Lithium-Batterien geladen hatte. http://www.dailymail.co.uk/news/article-2586308/Missing-jet-WAS-carrying-highly-flammable-lithium-batteries-CEO-Malaysian-Airlines-finally-admits-dangerous-cargo.html
zehwa 22.03.2014
4. ;)
Zitat von CHinVNGanz im Sinne der Chinesischen Kritik an Malaysia wäre es angebracht, die Koordinaten der gesichteten Teile zu veröffentlichen ... Mich wundert eh, dass CN die Malaysischen Behörden nicht sofort massiv bei der Suche unterstützt hat.
Wir alle sollten uns vielleicht daran gewoehnen, dass die Information der Øffentlichkeit nicht oberste Prioritæt hat. Die Verantwortlichen werden sich schon untereinander austauschen. Ich wuensche mir auch Medien, die nicht sofort jedes Geruecht aufgreifen. Man lese nur die Ueberschrift des Artikels: "Die Chinesen wollen..." Also gibt es Indizien, die jetzt verifiziert werden. Das dauert halt, und unsere Neugier interessiert die Suchmannschaften zuletzt.
Hans58 22.03.2014
5.
Zitat von grey-2Daily Mail berichtet, dass die Maschine eine Ladung Lithium-Batterien geladen hatte. http://www.dailymail.co.uk/news/article-2586308/Missing-jet-WAS-carrying-highly-flammable-lithium-batteries-CEO-Malaysian-Airlines-finally-admits-dangerous-cargo.html
Und hierzu haben ICAO und IATA bestätigt, dass diese Ladung nicht zu beanstanden war.
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