Bolivien Hund trauert seit fünf Jahren um verstorbenes Herrchen

Dieser Hund ist ein Medienstar: Der Mischling "Hachi" rührt die Länder Lateinamerikas. Seit fünf Jahren wartet er an einer Straßenecke auf sein verstorbenes Herrchen. Eine Heldengeschichte.

DPA

Hamburg/Cochabamba - Der Hund "Hachi" versteht die Welt nicht mehr. Seit fünf Jahren wartet er an einer Straßenecke auf sein Herrchen. Es wird doch wohl eines Tages wiederkommen? Leider nicht. Denn der Student wurde in der viertgrößten bolivianischen Stadt Cochabamba bei einem Verkehrsunglück getötet. Die sagenhafte Treue des Mischlings bewegt die Bewohner der Straße Papa Paulo, die sich seither um ihn kümmern und ihn füttern, wie die lokale Zeitung "La Opinión" berichtet.

"Der Hund ist seither immer hiergeblieben", sagt der Chef einer Fleischerei, die nur wenige Meter von dem Ort entfernt liegt, an dem "Hachis" Herrchen ums Leben gekommen ist. Wie die örtliche Zeitungsverkäuferin dem Blatt erzählte, fuhr der Student jeden Tag auf seinem Motorroller an dieser Stelle vorbei. Bis der junge Mann eines Tages in einen Unfall mit einem Taxi verwickelt wurde. Er starb später im Krankenhaus.

Seitdem hat der herrenlose Hund die Straße Papa Paulo zu seiner Heimat gemacht. Er wisse wohl, dass die Fleischerei eine sichere Futterquelle für ihn ist, schreibt die Zeitung "El Universo". Immer wieder kehrt er zum Unfallort zurück und jault herzerweichend, sagte eine Mitarbeiterin der Zeitungsverkäuferin gegenüber "La Opinión".

"Hachi" wurde nach einem mittlerweile berühmten japanischen Hund benannt. Denn auch als "Hachiko" sein Herrchen verlor, einen Professor an der Universität Tokio, kehrte der Hund neun Jahre lang immer zur selben Uhrzeit an die Bahnstation Shibuya zurück: immer dann, wenn sein Herrchen eigentlich von der Arbeit nach Hause hätte kommen müssen.

Die Legende des japanischen Hundes "Hachiko" ist längst in die Filmgeschichte eingegangen - erst in Japan, dann in einer Neuverfilmung mit Hollywood-Star Richard Gere. Der bolivianische "Hachi" ist immerhin schon zu einem öffentlichen Star geworden. Denn seit "La Opinión" über "Hachi" berichtet hat, feiern ihn viele lateinamerikanischen Medien als einen Helden der Treue.

bos



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insgesamt 110 Beiträge
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servencounter 11.01.2014
1. Als Tiere sind wir alle treu,
deshalb können wir Primaten uns auch nicht vor dem inner-familiären Rolleninzest erwehren, und bleiben ewig treu. So entsteht dann der Mensch, der existiert, aber emotional nicht selbstbestimmt lebt. Daher zwischen Gegenwart und Vergangenheit unterscheiden lernt, und somit durch reines Hoffen auf ein emotionales Leben, das Konzept von Zukunft begreift. Als Witz heißt soetwas dann: Was ist der unterschied zwischen einer Mutter und einem Rotweiler? ... Der Rotweiler läßt irgendwann los. - Natürlich identifizieren wir uns stark mit treuen Tieren. Weil ihr Verhalten der absoluten emotionalen Treu zu einem sie Dominierenden, uns so sehr vertraut ist.
roflxd 11.01.2014
2.
Da zeigt sich mal wieder, dass der Hund der beste Freund des Menschen ist. Eine Katze würde keinen einzigen Tag um das verstorbene "Herrchen" trauern.
nick1980 11.01.2014
3. Great dog, great passion
So sad but so devoted at the same time: A special dog and his great character and intelligence. Like ya, Hachi.
emporda 11.01.2014
4. Hunde sind treu und intelligent
Wir leben seit 12 Jahren eng mit einem Hund zusammen, der wie ein Kind angesehen wird. Gestern hatten wir einen Stromausfall, danach blinkt die Uhr im Küchenherd. Der Hund hat die Frau aus dem Mittgagschlaf geholt, ist mit ihr in Küche um zu zeigen, dass am Herd etwas anders ist als sonst immer
tsitsinotis 11.01.2014
5. Sicherlich sind Sie prall gefüllt mit anrührenden
Hundegeschichten! Stimmt ja auch. Aber das ist sozusagen homozentrisch.- Verachtet mir die Katzen nicht: Unser Kater trauert seit fast drei Jahren um seinen toten Bruder, mit dem er 16 Jahre zusammengelebt hat: Er sucht ihn, halluziniert ihn, weint bitterlich. Wir Menschen sind nur Ersatz: Das ist das eigentlich Anrührende.
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