Bootsunglück Dutzende Flüchtlinge ertrinken vor Libyen

Tragischer Zwischenfall im Mittelmeer: Dutzende afrikanische Flüchtlinge sind nach einem Bootsunglück vor Libyen ertrunken. Weitere Menschen werden noch vermisst. Der Staat fordert Hilfe von der Europäischen Union.


Hamburg - Mindestens 24 Flüchtlinge sind auf ihrem Weg von Afrika nach Europa ums Leben gekommen. Sie hatten mit einem Boot nach Europa gelangen wollen und kenterten östlich der libyschen Hauptstadt Tripolis.

Von 24 gefundenen Leichen sprach die libysche Marine, das Innenministerium geht hingegen von mehr als 40 Toten aus. Weitere Flüchtlinge gelten als vermisst, bis zu 130 Menschen sollen an Bord des Schiffes gewesen sein, berichtet der Nachrichtensender al-Dschasira. Es ist nach einem Unglück vor Griechenland mit mindestens 22 Opfern schon das zweite Flüchtlingsdrama binnen weniger Tage.

Innenminister Salah Masek hatte bereits am Samstag gefordert, die Europäische Union müsse Libyen helfen, das unfreiwillig zu einem Transitland für Armutsflüchtlinge auf dem Weg nach Europa geworden sei. Sollte dies nicht geschehen, werde der libysche Staat die Überfahrt der illegalen Einwanderer nach Europa "erleichtern".

Mindestens 13 afrikanische Migranten kamen außerdem bei dem Versuch ums Leben, über die Sahara nach Algerien zu gelangen. Sie sollen verhungert und verdurstet sein. Vermutlich stammen sie aus dem Nigar.

isa/dpa/AP

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 1 Beitrag
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Horstino 12.05.2014
1.
In Libyen nutzt man gerne die "Flüchtlinge" als Arbeitskräfte. Die sind billig und stellen keine Ansprüche. Libyen könnte auch ganz einfach die Wirtschaftflüchtlinge per Lastwagen zurück nach Tschad, Niger und Co. schaffen.
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