Vor Schottland Brand auf Schiff mit Atommüll - Bohrinsel evakuiert

Vor der schottischen Nordseeküste ist ein mit radioaktivem Abfall beladenes Schiff in Brand geraten. Die "Parida" trieb gefährlich nah an eine Bohrinsel heran. Dutzende Arbeiter mussten in Sicherheit gebracht werden.


Edinburgh - Der Atommüll sollte ursprünglich von der schottischen Anlage Dounreay ins belgische Antwerpen transportiert werden. Doch dann brach während eines Sturms in einem der beiden Schornsteine des Frachters ein Feuer aus.

Laut Küstenwache trieb die "Parida" mit ausgefallenem Motor auf die Küste zu. Als sie sich der Plattform auf 20 Kilometer genähert hatte, brachte ein britischer Militärhubschrauber gegen Mitternacht alle 52 Arbeiter auf der Bohrinsel in Sicherheit.

Es habe keine Verletzten gegeben, die Evakuierung sei eine reine Vorsichtsmaßnahme gewesen, erklärte die Betreiberfirma der Plattform, Woodgroup.

Laut Küstenwache handelte es sich bei der Fracht um schwach radioaktives Material, das in Betonbehältern verstaut war. Das Schiff sei fest verankert worden und solle nun zur Küste geschleppt werden. Die Besatzung sei zu keiner Zeit in Gefahr gewesen, die Fracht sei nicht von den Flammen bedroht gewesen, erklärte die Behörde.

Die Behörde für Stilllegung von Atomanlagen (NDA) teilte mit, auf der "Parida" hätten sich zwei Container mit je drei Fässern à 500 Liter mit schwach radioaktivem Material befunden. Der vorliegende Fall sei als Seeunglück einzustufen, nicht als Atomunfall.

Der schottische Umweltminister Richard Lochhead bezeichnete den Vorfall dennoch als "ernst". "Die meisten Leute finden wie ich die Idee, dass ein Schiff mit radioaktivem Müll auf ein geeignetes Wetterfenster warten muss, um durch unsere Gewässer zu fahren, nicht besonders angenehm", sagte Lochhead. Die schottische Regierung werde den Vorfall genau analysieren und weiterverfolgen.

ala/Reuters/AFP

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