Rio de Janeiro Großbrand bedroht Mumien, Saurierknochen und 12.000 Jahre alte Frau

Der Präsident spricht von einem "tragischen Tag" für das Land: In Brasiliens historischem Nationalmuseum ist aus bisher ungeklärter Ursache ein Brand ausgebrochen. Fast alle Teile des Gebäudes sind betroffen.

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Ein Großbrand hat weite Teile des brasilianischen Nationalmuseums in Rio de Janeiro zerstört. Wie am Sonntagabend im Fernsehen zu sehen war, griffen die Flammen auf fast alle Teile des historischen Gebäudes über. Verletzte gab es nach Angaben der Museumsverwaltung nicht. Beim Ausbruch des Feuers war das Museum im Stadtteil São Cristóvão bereits geschlossen.

Genaue Angaben zu den Schäden gibt es bisher nicht. Lokale Medien berichten, dass ein großer Teil der 20 Millionen Exponate zerstört oder beschädigt sein könnte. "Heute ist ein tragischer Tag für Brasilien", sagte Präsident Michel Temer. "200 Jahre Arbeit und Forschung und Wissen sind verloren."

Das Nationalmuseum ist das älteste Museum des südamerikanischen Landes und besteht in seiner derzeitigen Form seit 1892. Zuerst diente das repräsentative Gebäude als Wohnsitz der portugiesischen Königs- und später der brasilianischen Kaiserfamilie.

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Brasilien: Flammen in Rio de Janeiro

Das Museum hat eine geologische, botanische, paläontologische und archäologische Sammlung und gilt als eines der wichtigsten Ausstellungshäuser Südamerikas. Neben Exponaten aus der Region verfügt das Museum auch über ägyptische Mumien, griechische Statuen und etruskische Artefakte.

Zudem sind dort nach Angaben der BBC Dinosaurierknochen ausgestellt und das Skelett einer Frau, die vor etwa 12.000 Jahren lebte. "Das ist eine Tragödie für die Kultur in Brasilien", sagte der Direktor des Historischen Museums, Paulo Knauss, im Sender GloboNews.

Kritik am Zustand des Gebäudes gab es schon vor dem Brand: Es soll Medienberichten zufolge seit Längerem nicht für die Aufbewahrung der Ausstellungsstücke geeignet gewesen sein. Mehrere Ausstellungsräume seien in schlechtem Zustand und waren daher nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. In einem TV-Interview sprach Kulturminister Sergio Sá Leitao von "Jahren der Nachlässigkeit" bei der Instandhaltung des Museums.

aar/jpz/dpa/AFP

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