Brandkatastrophe in Brasilien Polizei vernimmt Discobesitzer und Rockmusiker

Die Polizei führt nach dem verheerenden Discobrand im brasilianischen Santa Maria mit mehr als 230 Toten erste Vernehmungen durch. Sie befragt einen der Besitzer des Nachtclubs sowie zwei Mitglieder der aufgetretenen Rockband. Nach einem vierten Mann wird noch gesucht.

AFP

Santa Maria - Das Feuer soll aufgrund einer Pyrotechnik-Show der Band entstanden sein, die Sicherheitsvorkehrungen in dem Nachtclub waren mangelhaft: Nach dem verheerenden Discobrand im brasilianischen Santa Maria hält die Polizei nun einen der Besitzer und zwei Mitglieder der Rockband fest.

Neben dem Besitzer Elissandro S. seien bei der Polizei der Sänger der Gruppe Gurizada Fandangueira sowie ein weiterer Mitarbeiter, der für die Sicherheit der Band zuständig sei. Dies teilte die ermittelnde Beamtin Michele Vimmermann mit. Nach einem vierten Mann wird noch gesucht. Es handelt sich dabei um einen weiteren Eigentümer der Disco.

Während einer Studentenparty in der Nacht zum Sonntag war in dem Club Kiss ein Feuer ausgebrochen. Der Brand breitete sich über die Dämmung der Decke rasend schnell aus, unter den Zuschauern kam es zu einer Massenpanik. Die meisten Opfer erstickten in der Menge oder wurden zu Tode getrampelt. Insgesamt 231 der meist jungen Gäste wurden getötet und mehr als hundert weitere verletzt. 80 Schwerverletzte werden noch in Krankenhäusern behandelt. Erste Opfer wurden am Montag beigesetzt. In ganz Brasilien galt eine dreitägige Staatstrauer.

Zu der Tragödie kam es ersten Erkenntnissen zufolge, als die Band während ihres Auftritts eine Art Leuchtfackel entzündete.

Auch die Clubbetreiber tragen offenbar eine Mitschuld an der Katastrophe: Die Notausgänge sollen versperrt gewesen sein - die Aufpasser sollen die Situation zunächst unterschätzt und alle Ausgänge blockiert haben, um zu verhindern, dass die Gäste ohne zu zahlen die Disco verlassen. Vor der Tür behinderten Metallstangen für die Warteschlangen die Evakuierung. Unklar ist bisher, ob die Disco voller war als erlaubt. Ersten Berichten zufolge war die Betriebslizenz der Feuerwehr für die Discothek im August ausgelaufen.

siu/dpa/AP



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