Brasilien Mehr als 40 Tote durch Unwetter

Schwere Regenfälle haben in Brasilien mindestens 40 Menschenleben gekostet. Über 20 Silvesterurlauber starben am Freitag, als ihr Hotel von einer Schlammlawine begraben wurde. Die Behörden fürchten weitere Opfer, da das Unwetter anhält.

Tragischer Neujahrsbeginn: Mindestens zehn Urlauber starben in ihrem Hotel
dpa

Tragischer Neujahrsbeginn: Mindestens zehn Urlauber starben in ihrem Hotel


Rio de Janeiro - Auf der Touristeninsel Ilha Grande im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro hat am Freitag eine Schlammlawine ein kleines Hotel unter sich begraben und mehr als ein Dutzend Menschen getötet. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unter Berufung auf Behördenangaben von 22 Toten.

Wie der Zivilschutz mitteilte, wurden am Freitag noch zahlreiche Menschen vermisst - die Zahl der Toten könnte also noch steigen. Zwar sind rund 120 Feuerwehrleute und Helfer im Einsatz, doch die Suche nach Verschütteten gestaltet sich schwierig. Da das Gelände schwer zugänglich sei, könne kein schweres Gerät zur Bergung der Opfer eingesetzt werden, sagte eine Sprecherin der Rettungskräfte.

"Es ist ein Horrorszenario", sagte der Vizegouverneur Rio de Janeiros, Luiz Fernando Pezão, dem Radiosender CBN. "Ein Berg aus Schlamm, Geröll und Bäumen bedeckt mehrere Häuser." Nach Angaben von Pezão, der bei den Bergungsarbeiten anwesend war, wurde ein großer Teil der Nobelherberge, in der zu Silvester rund 40 Gäste wohnten, unter Tonnen von Schlamm und Pflanzen verschüttet. Auch benachbarte Häuser seien durch den von starken Regenfällen verursachten Erdrutsch beschädigt worden.

Damit stieg die Zahl der Toten durch Überschwemmungen und Erdrutsche im Bundesstaat Rio de Janeiro auf mindestens 40 binnen gerade mal zwei Tagen. Etwa 20 Menschen kamen am Donnerstag vor allem in der Metropole Rio ums Leben, unter ihnen mehrere Kinder und ein drei Tage altes Baby. In der Favela Jacarapagua starben nach Angaben des Zivilschutzes fünf Mitglieder einer Familie, weil sich nach heftigen Regenfällen riesige Schlamm- und Erdmassen in Bewegung gesetzt hatten.

In Rio de Janeiro regnete es seit Mittwoch unaufhörlich. Im Norden der Stadt traten drei Flüsse über die Ufer und zwangen rund 200 Menschen, ihre Häuser zu verlassen. Besonders gefährdet waren die Favelas genannten Elendsviertel auf den Hügeln im Norden und Westen der Metropole. Der Zivilschutz warnte die Einwohner vor Erdrutschen.

can/AFP/AP/APD/Reuters



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