Brasilien Zehntausende trauern um Löwe Ariel

Sein Leiden bewegte viele Menschen in Brasilien: Ein Löwe namens Ariel war nach einem Unfall gelähmt, seine Besitzerin brauchte Geld für die Behandlung. Zehntausende sammelten im Internet Spenden, Ariel wurde zum Star. Nun ist er gestorben.

AP

São Paulo - Es geschah bei einer Party: Ariel sprang Luftballons hinterher, als der Unfall passierte. Eine Bandscheibe verrutschte und drückte auf sein Rückenmark. Wenig später konnte der junge Löwe seine Hinterbeine nicht mehr bewegen. Er wurde operiert, kurz darauf verlor das Tier auch die Kontrolle über seine Vorderbeine.

Ariels Frauchen heißt Raquel Borges. Der Löwe war in dem Heim geboren worden, das sie und ihr Mann in Maringa im Süden des Landes für kranke und verwaiste Tiere errichtet haben.

Die monatlichen Kosten für die Behandlung des 140 Kilo schweren Tieres lagen bei umgerechnet rund 8.100 Euro, zu viel für Borges. Doch sie fand Unterstützung - von Tausenden Löwenfans.

Borges legte für Ariel eine Seite bei Facebook an. Schnell machte das Schicksal des Löwen die Runde, rund 62.500 Nutzer wurden Freunde der Seite. Andere Unterstützer gründeten eigene Websites für Ariel und sammelten Spenden, von denen Borges die Versorgung ihres Löwen bezahlen konnte.

Nun ist das Tier im Alter von drei Jahren gestorben. "Unser geliebter Ariel ist gestorben, es ist der traurigste Tag meines Lebens", schrieb Borges auf Facebook. Brasilianische Medien berichteten prominent über Ariels Tod, er war auf Twitter das Top-Thema in Brasilien.

Die Tierärztin Livia Pereira, die sich zuletzt um Ariel gekümmert hatte, sagte, aus unerklärlichen Gründen sei der Löwe krank geworden. Seine weißen Blutzellen attackierten gesunde Zellen, das habe auch sein Gehirn angegriffen.

Ein Ärzteteam der Universität von Jerusalem reiste sogar extra an, um Ariel zu untersuchen und herauszufinden, unter welcher Krankheit er genau litt. Die Ergebnisse sollen nicht vor Ende Juli vorliegen. "Er war ein absolut normaler und sanftmütiger Löwe", sagte Borges. Das Tier habe bei ihr im Bett geschlafen, "bis er zehn Monate alt war".

bim/AP



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