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Nach Attacke auf Pilzsammler: Bärenmutter Daniza durch Betäubungsschuss getötet

Braunbärin Daniza mit Nachwuchs (Archiv): Narkose nicht überlebt Zur Großansicht
AP/dpa

Braunbärin Daniza mit Nachwuchs (Archiv): Narkose nicht überlebt

Tod eines "Problembären" in Norditalien: Beim Versuch, die Braunbärin Daniza einzufangen, ist das Tier durch das Betäubungsmittel ums Leben gekommen. Tierschützer sind alarmiert: Sie sorgen sich um die allein gelassenen Jungtiere.

Rom - Mit mehreren Prankenhieben hatte Daniza im August einen Menschen beim Pilze sammeln verletzt - offenbar, um die etwa sieben Monate alten Jungtiere zu schützen. Nun ist die Bärenmutter in Folge eines Betäubungsschusses im norditalienischen Trient getötet worden. Das Tier habe das Mittel nach Behörden-Angaben der Provinz Trient nicht überlebt - Daniza war aus der Narkose nicht wieder erwacht.

Nach dem Angriff auf den Pilzsammler hatte das Forstamt versucht, die etwa 18 Jahre alte Bärin zu fangen. Um weitere Zwischenfälle mit Menschen zu vermeiden, war geplant, sie in ein Tierzentrum zu bringen. In der Nacht zum Donnerstag sollte sie mit Pfeilen betäubt werden, um sie anschließend sicher transportieren zu können. Doch das Vorhaben schlug fehl.

Die Zukunft der Bärenkinder ist jedoch nach dem Tod der Mutter ungewiss: Einer der Nachwuchsbären wurde bei der Betäubung Danizas eingefangen. Entgegen dem Schicksal seiner Mutter überstand der Nachwuchs allerdings die Narkose. Es wurde mit einem elektronischen Ortungssystem ausgerüstet und wieder freigesetzt. Der andere Jungbär war nicht aufzufinden.

Bei Tierschützern formierte sich jetzt Protest: Die Aktivisten sind um die Jungtiere besorgt, die in der Freiheit auf sich allein gestellt sind. Die Provinz Trentino sieht das anders - nach Sicht der Behörde ist Danizas Nachwuchs längst bereit für ein eigenes Leben in der Wildnis: Die junge Bären könnten allein überleben, sobald sie sechs Monate alt seien, hieß es.

Kleine Bären sind laut Tierschützer bis zum Alter von drei oder vier Jahren jedoch auf die Begleitung ihrer Mutter angewiesen. Manche fordern nun den Rücktritt des italienischen Umweltministers Gian Luca Galletti. Die Tierschützerin Carla Rocchi kritisierte, der Minister sei unfähig, eine Bärin zu verteidigen, die ihrerseits nichts weiter getan habe, als ihre Jungen zu verteidigen.

daf/dpa/AFP

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insgesamt 35 Beiträge
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1. Und der Pilzsammler?
Untertan 2.0 12.09.2014
Und was wurde nun aus dem Pilzsammler? Wurde er verletzt? Kann er seinen Beruf weiter ausüben und seine "Jungen" ernähren. Tierschutz schön und gut, aber hier werden falsche Prioritäten gesetzt.
2. Schlimm!
Peter Eckes 12.09.2014
Wenn ein Bär seine Jungen verteidigt wird er schon zum Problembären. Das Problem ist hier wohl eher zweibeinig.
3. Um die Pilzsammler scheint niemand besorgt.
analyse 12.09.2014
Auch Kinder sammeln Pilze...!
4. Sehr traurige Priorität
Scribulus 12.09.2014
Es ist außerordentlich bedauerlich, welchen höchst fragwürdigen Prioritäten hier ein Tier mit Nachwuchs erlegen ist. Die Tatsache, dass die Bärin Junge hatte, dürfte in der Gegend bekannt gewesen sein. Und selbst bei Unwissenheit dürfte die Größe des Tieres ja nicht zu übersehen sein und zum Fernbleiben veranlassen. Wenn sich dann ein womöglich naturfremder Tölpel wegen ein paar lausigen Pilzen der Bärenfamilie unbedarft nähert, hätte das vorübergehend erhöhte Schutzbedürfnis der Tiere Vorrang haben sollen: Der Pilzsammler war zu entfernen.
5.
matthias__g 12.09.2014
Man muss auch mal einsehen dass solche Arten Großwild, vor allem Räuber, in der dicht besiedelten mitteleuropäischen Kulturlandschaft keinen Platz haben. Die Jungen dieser Bärin werden nun halt gefangen oder erlegt werden müssen, da sie ohne Führung erst recht zum Problem werden. Der Schutz des Menschen muss immer Vorrang haben vor dem Schutz von Tieren.
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