Extremlauf "Braveheartbattle" Gib's dir dreckig

Vor dem Start wurde gebetet - dann ging's los: 28 Kilometer Laufen durch fiesen Schlamm, kalte Flüsse, über brennende Hindernisse. Der "Braveheartbattle" in Bayern an diesem Samstag war nur was für Harte. Ganz Harte.

DPA

Münnerstadt - Auf der Webseite des "Braveheartbattle" bekommen die Teilnehmer einen guten Rat: "Wenn du durch die Hölle gehst, dann bleib nicht stehen." Über dem Zitat von Winston Churchill ist der Mann zu sehen, der die Route für den Extremlauf im nordbayerischen Münnerstadt absteckt. Sein Gesichtsausdruck lässt erahnen, dass während des Laufs literweise Blut, Schweiß und Tränen fließen.

Joachim von Hippel ist der Veranstalter des "Braveheartbattle". Der Ex-Soldat will mit seinem Crosslauf Sportler an ihre Grenzen bringen. Rund 3000 Menschen haben sich an diesem Samstag bei der fünften Ausgabe der Herausforderung aus Schlammgruben, Reifenbergen und brennenden Hindernisse gestellt.

Über eine Strecke von 28 Kilometern galt es, 50 natürliche und künstliche Barrieren zu bewältigen - mindestens zehnmal ging es durch einen kalten, steinigen Fluss. Auch ein Regenrückhaltebecken mussten die Läufer durchqueren.

Unterkühlung und Verletzungen gehören dazu

Viele von ihnen hatten dabei nicht nur Jogginghosen an: Eine Gruppe ging als Schlümpfe an den Start, viele trugen Schottenröcke und Schminke im Stil des schottischen Freiheitskämpfers aus dem titelgebenden Film "Braveheart".

Joachim von Hippel spielt bei seinem Drill-Parcours bewusst mit dieser Schottland-Folklore und lässt die Mitläufer beispielsweise vor dem Start zu einem Gebet niederknien.

Von den Teilnehmern des "Braveheartbattle" kamen zuletzt etwa fünf Prozent nicht ins Ziel - wegen Unterkühlungen oder Verletzungen. Hippels Einschätzung nach macht die Fitness bei solch einem Rennen nur etwa 40 Prozent aus - der Rest sei Willensstärke.

"Jeder Läufer geht für sich durch die Hölle", sagt er. "Aber man kämpft zusammen, um die Strecke zu bewältigen."

cst/dpa

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insgesamt 7 Beiträge
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Seite 1
watch_dog 08.03.2014
1. Durch die Hölle...
...gehen, bzw durch den Schlamm robben. Das kenne ich noch aus meiner Zeit beim Bund. Da wurde ich auch noch für bezahlt. Andere machen das jetzt freiwillig und nennen das dann Selbstfindung. Man kann seine Zeit auch besser vergeuden.
caone 08.03.2014
2.
Zitat von watch_dog...gehen, bzw durch den Schlamm robben. Das kenne ich noch aus meiner Zeit beim Bund. Da wurde ich auch noch für bezahlt. Andere machen das jetzt freiwillig und nennen das dann Selbstfindung. Man kann seine Zeit auch besser vergeuden.
war schonmal dabei. hab mitgemacht. habs keine sekunde bereut. bei so nem lauf lernt man sich wirklich kennen. auf jeden fall ein besserer zeitvertreib als VIELES andere. aber wens nicht interessiert, der muss es ja nicht machen. aber ihre ignoranz ist wirklich kolossal...
Listerholm 08.03.2014
3. --
Zitat von caonewar schonmal dabei. hab mitgemacht. habs keine sekunde bereut. bei so nem lauf lernt man sich wirklich kennen. auf jeden fall ein besserer zeitvertreib als VIELES andere. aber wens nicht interessiert, der muss es ja nicht machen. aber ihre ignoranz ist wirklich kolossal...
Und was ist der Sinn? Warum empfehlen Sie es?
itchybod 08.03.2014
4. Sinn
Ist die Frage mit dem Sinn ernst gemeint? Es gibt einfach Leute die gerne in ihrer Freizeit durch den Modder robben. Andere Leute sammeln Briefmarken, gehen in Fußballstadien, lesen Bücher. Ich persönlich mag diese Mud Races. Man hat eine der wenigen Gelegenheiten den Körper mal an seine Grenzen zu bringen. Dafür würde ich mich in einem Fußballstadion zu Tode langweilen. Wie würden die Kölne sagen Jeder Jeck is anders Jeck.
flessan 09.03.2014
5. Reizend.
ich stelle mir das ähnlich reizvoll vor wie eine Saison Holzfällen in Alaska oder andere Hardcore spässe. Und ich meine das ernst. Wissen ob mans wirklich schafft ist doch anreiz genug, maulen kann wer dabei war :-)
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