Bremen - Ein Ehepaar ist schwer erkrankt, nachdem es eine Packung des Fruchtsaftgetränks Capri Sonne getrunken hatte. Die 54 Jahre alte Frau und ihr zwei Jahre älterer Mann hatten das Getränk bereits Mitte Juli aus einem wieder verschließbaren 330-Milliliter-Beutel zu sich genommen. Der Beutel war nach Angaben der Polizei manipuliert worden.
Das Ehepaar kam mit schweren Vergiftungen in ein Krankenhaus. Dem Mann geht es inzwischen besser und er konnte nach Hause zurückkehren. Seine Frau lag am Freitag allerdings noch im künstlichen Koma. "Die Mordkommission ermittelt, sagte Polizeisprecher Dirk Siemering. "Bislang ist es ein Einzelfall." Das Paar besaß noch weitere Saftbeutel, die ebenfalls geöffnet und mit einer giftigen Substanz versetzt worden waren.
Die Polizei erhofft sich Erkenntnisse von der Aussage der 54-Jährigen, die wegen ihres schlechten Gesundheitszustands bisher jedoch noch nicht befragt werden konnte. "Wir erhoffen uns davon neue Ermittlungsansätze", sagte Siemering. Die Frau hatte die Getränke gekauft.
Die Ermittler gehen davon aus, dass die Packungen nachträglich mit der Substanz versetzt worden sind. Zur Art des Giftes machte die Polizei keine Angaben. Der Hersteller des Getränks, die Sisi-Werke GmbH in Heidelberg-Eppelheim, sprach von krimineller Manipulation. "Es ist definitiv kein Qualitätsmangel", sagte eine Sprecherin. Die Ware habe das Werk unversehrt verlassen. Es gebe keinen Hinweis auf eine Erpressung, weder beim Hersteller noch beim Handel, sagte sie. Verbraucher sollten beim Kauf der wieder verschließbaren Capri-Sonne-Beutel auf einen unverletzten Originalverschluss achten.
kha/dpa/AFP
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