Unerwünschter Kollege: Hafenarbeiter protestieren gegen Sexualstraftäter

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Containerterminal in Bremerhaven: Hafenarbeiter protestieren gegen Kollegen

Hunderte Mitarbeiter des Logistikunternehmens Eurogate haben in Bremerhaven aus Protest gegen die Wiedereinstellung eines Sexualstraftäters gestreikt. Dem Mann war nach seiner Verurteilung gekündigt worden, hatte jedoch erfolgreich dagegen geklagt.

Bremerhaven - Er wollte seine Arbeit im Hafen wieder aufnehmen, doch an seinem ersten Arbeitstag streikten die Kollegen: Rund 300 Hafenarbeiter der Firma Eurogate haben gegen die Rückkehr eines verurteilten Sexualstraftäters protestiert.

Als der 37-Jährige am Freitag seinen Dienst am Containerterminal in Bremerhaven antreten wollte, legten die Mitarbeiter der Spätschicht aus Protest eine Stunde lang die Arbeit nieder, teilte Eurogate-Arbeitsdirektor Andreas Bergemann mit. Erst als der Mann das Gelände verlassen habe, habe die Belegschaft weitergearbeitet.

Nach Informationen von Radio Bremen und "Bild"-Zeitung wurde der Mann wegen Missbrauchs seiner zehnjährigen Stieftochter zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt. Eurogate hatte ihn daraufhin entlassen - wogegen der Mann erfolgreich klagte. Als Freigänger wollte er seine Arbeit wieder aufnehmen.

Nach dem massiven Widerstand der Belegschaft wolle man nun zügig einen neuen Versuch starten, sagte Bergemann. Doch dass es zu einem weiteren Streik kommt, sei nicht auszuschließen. "Es ist zu befürchten, dass die Situation noch angespannter ist als beim ersten Mal."

Durch den Streik sei dem Hafenunternehmen ein Schaden in fünfstelliger Höhe entstanden. Man wolle den Betriebsfrieden erhalten. Doch das dürfte schwer werden. Laut Bergemann hat Eurogate zwar Rechtsmittel gegen das Urteil des Arbeitsgerichts eingelegt. Mit einer Entscheidung in zweiter Instanz sei jedoch frühestens Ende dieses Jahres zu rechnen. Bis dahin müsse Eurogate den 37-Jährigen beschäftigen. Andernfalls drohe dem Unternehmen ein Zwangsgeld.

Nach dem gescheiterten Arbeitsbeginn am Freitag sollte der Mann am Dienstag seine Arbeit aufnehmen. Er habe sich jedoch kurzfristig wegen Krankheit entschuldigt, teilte Bergemann mit.

gam/dpa

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