Brennender Öltanker vor China US-Marine sucht vermisste Seeleute

Nach einer Schiffskollision brennt vor Chinas Küste seit Tagen ein Öltanker. Die US-Marine hilft bei der Suche nach mehr als 30 vermissten Seeleuten. Ein Mensch soll tot in der Nähe des Schiffes gefunden worden sein.

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Die US-Marine hat sich mit einem Aufklärungsflugzeug an der Suche nach mehr als 30 vermissten Seeleuten des brennenden Öltankers "Sanchi" vor der Ostküste Chinas beteiligt. Das Flugzeug vom Typ P-8A Poseidon habe ein Seegebiet von schätzungsweise 12.000 Quadratkilometern abgesucht, bevor es zum Stützpunkt in der japanischen Hafenstadt Okinawa zurückgekehrt sei, berichtete die US-Marine.

Rettungskräfte hätten einen bisher nicht identifizierten Leichnam geborgen, sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Ku Lang. Die Bedingungen für die Such- und Rettungsarbeiten seien "nicht günstig". Der Leichnam wurde fünf bis sechs Kilometer vom Tanker entfernt gefunden und sei schwer zu identifizieren, sagte ein Sprecher des iranischen Konsulats in Shanghai dem iranischen Staatsrundfunk Irib.

Medien hatten zuvor berichtet, ein Mann sei tot an Bord des brennenden Tankers gefunden worden sein. Es gab keine Hinweise darauf, dass Mitglieder der Crew noch am Leben sein könnten. Es handelt sich den Angaben zufolge um 30 Iraner und 2 Bangladescher.

Rettungs- und Bergungskräfte haben Schwierigkeiten, zu dem 274 Meter langen Schiff "Sanchi" zu gelangen. 36 Stunden nach dem Zusammenstoß mit einem chinesischen Frachtschiff loderten immer noch hohe Flammen rund um den Tanker, der 136.000 Tonnen Rohöl geladen hatte. Beim Versuch, zur Crew an Bord zu gelangen, seien den Rettungskräften giftige Rauchwolken entgegen geschlagen, hieß es vom chinesischen Verkehrsministerium.

Der unter der Flagge Panamas fahrende iranische Tanker "Sanchi" war am Samstag auf dem Weg nach Südkorea rund 300 Kilometer östlich von Shanghai mit dem chinesischen Frachter "CF Crystal" kollidiert und in Brand geraten. An der Such- und Bergungsaktion beteiligten sich auch chinesische Schiffe und die südkoreanische Küstenwache. Die 21-köpfige Besatzung des chinesischen Frachters konnte unversehrt gerettet werden.

Wie es zu dem Unglück kam, ist unklar. Nach der Kollision trieb der leckgeschlagene Tanker brennend und mit Schlagseite auf hoher See. Es gibt bisher keine Angaben dazu, wie viel Öl ausgelaufen ist. Der brennende Tanker droht nach Einschätzung von Chinas Küstenwache zu explodieren und dann unterzugehen, wie chinesische Medien berichten.

fok/AP/Reuters



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