Kriegsschauplatz Türme der Brücke von Remagen stehen zum Verkauf

Historischer Schauplatz des Zweiten Weltkriegs: Zwei Türme der 1945 weitgehend zerstörten Brücke von Remagen in Rheinland-Pfalz stehen zum Verkauf - gegen Höchstgebot.

Die Ludendorff-Brücke, auch Brücke von Remagen genannt, wurde 1945 gesprengt
imago/ McPHOTO

Die Ludendorff-Brücke, auch Brücke von Remagen genannt, wurde 1945 gesprengt


Eine Immobilienanzeige des Bundeseisenbahnvermögens (BEV) bietet dieser Tage ein außergewöhnliches Relikt des Zweiten Weltkrieges zum Verkauf an: zwei Türme der zerstörten Brücke von Remagen.

Wie ein Sprecher des BEV sagte, gebe es bereits einen Interessenten für die Überreste des "monumentalen Brückenbauwerks von überregionaler kriegshistorischer Bedeutung". So wird das Bauwerk in der Annonce beschrieben. Verkauft werden die Türme gegen Höchstgebot.

Das Bauwerk ist im Erdgeschoss miteinander verbunden. Die 100 Jahre alten Brückentürme sind mehrstöckig, liegen auf rechtsrheinischer Seite bei Erpel und stehen unter Denkmalschutz. Heizung und Wasserleitungen fehlen. Das Objekt ist laut BEV "stark sanierungsbedürftig". Auf Grund der Gefahr herabstürzender Fassadenteile müsse die Verkehrssicherungspflicht beachtet werden: "Fußgänger-, Radfahr- und Autoverkehr verläuft in direkter Nachbarschaft."

Undatiertes Foto der Brücke von Remagen
DPA

Undatiertes Foto der Brücke von Remagen

Möglicherweise seien die Brückentürme für Künstler oder Geschichtsvereine interessant, sagte der BEV-Sprecher. "Dieser Verkauf muss mit Fingerspitzengefühl durchgeführt werden."

Im März 1945 waren Remagen und Erpel die Orte gewesen, an denen alliierte Truppen erstmals den Rhein überschritten. Sie überquerten die Brücke, die einen deutschen Sprengversuch überraschenderweise zunächst überstand.

Der US-Film "Die Brücke von Remagen" (1969) machte das Bauwerk weltbekannt, das wenige Tage nach dem ersten alliierten Übertritt doch noch einstürzte (Lesen Sie hier einen Bericht über die Dreharbeiten). In den beiden anderen Brückentürmen auf Remagener Seite befindet sich heute ein Museum.

ala/dpa



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