Fotoprojekt "Shake" Ein geschüttelt Maß an Hund

Die Ohren sehen aus wie Flügel, die Lefzen klatschen ans Auge: Wenn Hunde sich schütteln, wirken sie für Sekundenbruchteile wie andere Wesen. Carli Davidson hat diese Momente festgehalten. Die Idee dazu verdankt die Fotografin ihrem sabbernden Mastiff.

Carli Davidson/ Knesebeck Verlag

Portland - Es war einer dieser Momente, als Carli Davidson mal wieder den Sabber ihres geliebten Norbert von der Wand putzte. Schon oft hatte die Fotografin aus Portland im US-Bundesstaat Oregon ihren Mastiff beim Schütteln beobachtet - inklusive der wenig appetitlichen Spuren, die dies an Haus und Mobiliar hinterlässt.

Dieses Mal kam ihr eine Idee: Was, wenn man den Moment des Schüttelns fotografiert? Die 32-Jährige probierte es aus - und merkte beim Ansehen der Bilder, dass sie auf etwas "Spielerisches, Unbeschwertes und irgendwie auch Bizarres" gestoßen war.

Das war vor mehreren Jahren. Im März 2011 weitete Davidson ihr Projekt aus, fotografierte Hunde von Freunden und aus dem Tierheim. Seither haben sich mehr als 70 Hunde vor Davidsons Kamera geschüttelt. Nun sind die Bilder im Buch "Shake - Hunde geschüttelt" zu sehen.

Dass ungewöhnliche Hundebilder hohen Unterhaltungswert haben können, ist spätestens seit einem Projekt des Fotografen Seth Casteel bekannt. Er fotografierte Hunde unter Wasser.

Davidsons Fotos zeigen ebenfalls Hunde-Charakterköpfe: Die Ohren von Dogge Mane stehen von der Fliehkraft gezogen wie Flügel ab. Die Lefze von Boxer Dax droht das rechte Auge zu verdecken. Und die Schlappohren von Springer Spaniel Katie scheinen für einen Augenblick schwerelos und elegant gekräuselt in der Luft zu stehen.

In gewisser Weise war die Arbeit für das Projekt aufwendiger als Fotoshootings mit menschlichen Models. Die Hunde durften laut Davidson erst einmal ausgiebig schnüffeln, ehe die Arbeit begann. Mancher Hund konnte sich mit Musik am besten entspannen, der andere beim Spielen, der dritte wollte mit Leckerchen motiviert werden.

"Tiere folgen bei der Arbeit zu 100 Prozent ihrem Instinkt. Man kann sie nicht austricksen: Sie merken sofort, wenn man nicht bei der Sache ist, und verweigern sich dann einfach", sagt Davidson. Wie sie die Hunde dazu bekam, sich zu schütteln, will sie nicht verraten. Nur so viel: Manche hätten eine kleine Dusche über sich ergehen lassen müssen.

Eine Sache möge sie an der Arbeit mit Tieren besonders, sagt Davidson: "Sie machen sich keine Gedanken über ihr Aussehen."

ulz

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insgesamt 10 Beiträge
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global player 15.11.2013
1. Verblüffende Ähnlichkeit
Mir fiel gerade ein hochrangiger SPD-Politiker ein, der dem Hund, bis auf die Ohren, sehr ähnelt. ;-)
nunu-na 15.11.2013
2. Solche Tierbilder
Solche Momentaufnahmen sind einfach zum Schießen. "Hunde unter Wasser" war schon genial.
roflxd 15.11.2013
3.
Interessant. Erinnert mich an meine Schwiegermutter.
felisconcolor 15.11.2013
4. smile
einige Bilder sehen aus als wären sie durch Photoshop gegangen. Aber Hunde können das. Ich habe jetzt einen Hund. Den einzigen den ich kenne wo es funktioniert das der Schwanz mit dem Hund wedelt. Göttlich
verhetzungsschutz 15.11.2013
5. Wer lange rührt...
Zitat von sysopCarli Davidson/ Knesebeck VerlagDie Ohren sehen aus wie Flügel, die Lefzen klatschen ans Auge: Wenn Hunde sich schütteln, wirken sie für Sekundenbruchteile wie andere Wesen. Carli Davidson hat diese Momente festgehalten. Die Idee dazu verdankt die Fotografin ihrem sabbernden Mastiff. http://www.spiegel.de/panorama/buch-shake-zeigt-hunde-die-sich-schuetteln-a-933545.html
Hat schon mal wer versucht, einen Dobermann mit einem Rind zu kreuzen?
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