Der SPIEGEL

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03. Dezember 2016, 12:13 Uhr

Freie Stellen

BKA-Bewerber scheitern am Deutschtest

Das Bundeskriminalamt kann offene Stellen nicht besetzen, weil zu viele Bewerber am Deutschtest scheitern - trotz Abitur. Nach Informationen des SPIEGEL sollen die Anforderungen nun geändert werden.

Die Sicherheitsbehörden in Deutschland rüsten personell auf, die Sorge vor Terroranschlägen, Cyberattacken oder organisierten Einbrecherbanden wächst. Allein das Bundeskriminalamt (BKA) soll im nächsten Jahr 820 neue Stellen bekommen, doch die Behörde hat jetzt schon Probleme, freie Stellen zu besetzen. Viele der Bewerber scheitern am Deutschtest, der zum mehrstufigen Aufnahmeverfahren beim BKA gehört.

(Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Wie der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe unter Berufung auf den Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) berichtet, sollten von den 317 neuen Stellen beim BKA für dieses Jahr 120 durch Kommissaranwärter besetzt werden. Bislang traten aber nur 62 ihre Ausbildung beim BKA an.

Grund dafür ist nach Angaben des BDK-Vorsitzenden Andre Schulz vor allem der Rechtschreibtest im Aufnahmeverfahren, an dem viele der Bewerber trotz Abitur scheiterten. "Die Hürden bei der Aufnahmeprüfung wurden schon in den vergangenen Jahren bei der Polizei in den Ländern und beim Bund gesenkt: sei es beim Mindestalter, bei der Mindestgröße oder beim Sporttest", sagt Schulz. "Wenn nun auch der Deutschtest reduziert oder gar abgeschafft wird, muss man sich schon fragen, was mit unserem Bildungssystem nicht in Ordnung ist."

Werden in Zukunft also die Einsatzberichte des BKA vor Rechtschreibfehlern nur so strotzen? Das Bundesinnenministerium teilte auf Anfrage mit, es werde an den Sprachtests festhalten. Allerdings sollten die Anforderungen im nächsten Jahr "modernisiert" werden.

kno/mba

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© DER SPIEGEL 49/2016
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