Chicago Marien-Erscheinung an Betonwand entdeckt

Unter einer Schnellstraße in Chicago herrscht seit einigen Tagen Hochbetrieb. Gläubige meinen, an der Betonwand eine Marien-Erscheinung entdeckt zu haben. An der Wand zeichnen sich Umrisse ab, die die Pilger als Gottesmutter mit betenden Händen deuten.


Chicago - Hunderte von Katholiken pilgern inzwischen zu der Wand unter dem "Kennedy Expressway". Zu Beginn dieser Woche wurde der Andrang immer stärker, so dass die Unterführung jetzt von Polizisten gesichert wird. Scharen von Gläubigen und Neugierigen strömten vorbei, um die Flecken auf der Betonwand zu sehen, Blumen und Kerzen niederzulegen und mit dem Rosenkranz in der Hand zu beten. Auch ein Bild von Maria mit dem verstorbenen Papst Johannes Paul II. hat jemand an der spontan entstandenen Wallfahrtsstätte abgestellt.

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Chicago: Marien-Erscheinung an Betonwand

"Wir glauben, dass es ein Wunder ist", sagte die 42-jährige Elbia Tello. "Wir sind gläubig und wir können ihr Gesicht sehen." Bei der Erzdiözese Chicago ist bislang kein Antrag eingegangen, die Erscheinung für authentisch zu erklären. Aber ihr Sprecher Jim Dwyer sagte: "Diese Dinge geschehen nicht jeden Tag." Die Bedeutung müsse jeder für sich selbst bestimmen. Die Menschen hielten es für eine wirkliche Erscheinung. "Sie sehen sich in ihrem Glauben gefestigt."

Die Verkehrsbehörde des US-Staates Illinois betrachtet die Angelegenheit nüchterner. Offenbar handele es sich um ein Ablagerungen von Salzen im Beton, sagte Behördensprecher Mike Claffey. Die Behörde betrachte den Versammlungsort zunächst wie ein Straßen-Mahnmal und plant nicht, die Betonwand zu säubern.

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