Ungewöhnlicher Schneesturm Santiago de Chile schliddert im Schnee

Südhalbkugel, klar. Bei uns ist Sommer, in Chile Winter. Aber Schnee? Hat Santiago seit vielen Jahren nicht mehr gesehen. Die weiße Pracht macht der Sieben-Millionen-Metropole schwer zu schaffen.

AP

Ungemütlich kann es im chilenischen Winter schon mal werden, das kann man in jedem Reiseführer nachlesen. Juni, Juli und August bringen mehr Regen. Und kühler wird es auch mal, das Thermometer fällt dann auf zehn Grad. Was die Einwohner der Hauptstadt Santiago in den letzten Tagen erlebt haben, ist aber schon sehr ungewöhnlich: Ein Schneesturm fegte über die Sieben-Millionen-Metropole hinweg - die für solche Wetterlagen nur unzureichend gerüstet ist.

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt hatten am Samstagabend Hunderttausende Haushalte in Santiago de Chile keinen Strom, wie der Katastrophenschutz Onemi auf seiner Webseite mitteilte. Bäume waren unter der Last des Schnees umgeknickt, Leitungen von den Masten gerissen. Ein Mann verunglückte tödlich, zwei weitere Menschen erlitten Stromschläge durch abgerissene Leitungen.

Zahlreiche Straßen waren am Wochenende geschlossen oder nur mit Geländewagen befahrbar. Der Schnee lag stellenweise mehr als 30 Zentimeter hoch. Die Behörden mahnten die Bewohner der Stadt zur Vorsicht im Straßenverkehr, auch sollten sie Ausflüge in die umliegenden Berge vermeiden, auch wenn das Schlimmste überstanden sei.

Hausbesitzer holten die Schaufeln heraus und machten sich an eine ungewohnte Übung: Schnee schippen. Kinder genossen hingegen das ungewöhnliche Wetter, sie lieferten sich Schneeballschlachten oder bauten Schneemänner. Der Flughafen der chilenischen Hauptstadt teilte mit, trotz der Schneefälle sei alles zu "100 Prozent einsatzfähig".

In der Metropole leben rund ein Drittel der 18 Millionen Einwohner des Landes. Zuletzt hatte es dort vor zehn Jahren geschneit. Laut dem Wetterdienst werden auch in den kommenden Tagen Temperaturen von bis zu minus drei Grad erwartet. Erst ab Mitte der Woche soll es wieder wärmer werden. Dann sind es wieder die gewohnten zehn Grad.

Normales Winterwetter eben.

oka/AFP/dpa



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