China Behörden befürchten bis zu hundert Tote bei Erdbeben

Bei einem starken Erdbeben in der chinesischen Provinz Sichuan sind möglicherweise Dutzende Menschen gestorben. Mehrere Häuser stürzten ein, Erschütterungen waren auch noch im weit entfernten Peking zu spüren.

REUTERS

Ein schweres Erdbeben hat die südwestchinesische Provinz Sichuan erschüttert. Die Stärke gab das chinesische Erdbebenzentrum mit 7,0 an. Der amerikanische seismologische Dienst meldete eine Stärke von 6,5. Viele Häuser stürzten ein oder wurden schwer beschädigt.

Bei dem Beben in einer abgelegenen Region kamen nach vorläufigen Angaben mindestens fünf Menschen ums Leben. Mehr als 60 Menschen wurden verletzt, davon 30 schwer, wie die Behörden in Jiuzhaigou berichteten. Bei den Toten handelte es sich den Angaben zufolge um chinesische Touristen.

Der chinesische Katastrophenschutz befürchte, es könnten bis zu hundert Menschen ums Leben gekommen sein. Mehr als 130.000 Häuser könnten beschädigt worden sein, teilte die Behörde nach einer vorläufigen Bewertung der Lage mit. Das genaue Ausmaß der Schäden ist noch unklar.

Erst Erdrutsch, dann Erdbeben

Das Epizentrum lag nahe des Naturparks Jiuzhaigou rund 280 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt Chengdu. Menschen rannten in Angst auf die Straßen. Telefonleitungen und das mobile Netz waren teilweise unterbrochen. Rund hundert Touristen seien durch das Beben bei Ganhaizi in dem Nationalpark eingeschlossen worden, sagte ein Polizeisprecher.

Die nationalen Behörden riefen als Reaktion die höchste Alarmstufe aus. Mehr als 600 Feuerwehrleute und Soldaten mit acht Suchhunden wurden umgehend ins Erdbebengebiet entsandt, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Die Erdstöße waren sogar bis in die mehr als 1500 Kilometer entfernt gelegene Hauptstadt Peking zu spüren, wo Hochhäuser schwankten. Es folgten kleinere Nachbeben. Das Erdbeben ereignete sich nach offiziellen Angaben um 21.19 Uhr Ortszeit (15.19 Uhr MESZ).

In der Provinz Sichuan hatte sich am Morgen nach schweren Regenfällen auch ein Erdrutsch ereignet, bei dem 24 Menschen ums Leben gekommen waren. Vier weitere wurden verletzt. Eine Person gilt noch als vermisst, wie Xinhua meldete.

wit/dpa/AFP/AP



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