Chinesischer Bauwahn Hochhaus umzingelt Grabstätte

Der Streit zwischen einem Bauherrn und Angehörigen eines Verstorbenen hat in China zu einem seltsamen Ergebnis geführt: ein Grab mitten in einer Wolkenkratzer-Baustelle. Es ist nicht das erste bizarre Bild, das die Bauwut in dem Land liefert.

REUTERS

Peking - Bauarbeiter ziehen einen neuen Wolkenkratzer in Taiyuan, einer Stadt in der nordchinesischen Provinz Shanxi, hoch. Soweit nicht ungewöhnlich, wenn da nicht eine Grabstätte mitten auf der Baustelle liegen würde. Zu dem seltsamen Anblick hat der Streit zwischen dem Bauträger des geplanten Gebäudes und den Verwandten eines Verstorbenen geführt, berichtet die "Huffington Post".

Der Bauträger hatte demnach ein Grundstück gekauft, auf dem sich ein Friedhof befand. Um dort ein Hochhaus errichten zu können, wurden den Angehörigen Entschädigungszahlungen angeboten, damit sie ihre verstorbenen Verwandten umbetten. Eine Familie weigerte sich jedoch das Angebot anzunehmen - selbst als die Entschädigungssumme erhöht wurde, angeblich auf rund 150.000 Dollar, wie die britische Tageszeitung "The Sun" meldet.

Nun ragt das einzelne Grab als letztes Überbleibsel des Friedhofs auf einem Erdhügel zehn Meter vom Fundament des Rohbaus in die Höhe. Das bizarre Bild ist ist nicht das erste von seltsamen chinesischen Bauten in jüngster Zeit.

Erst kürzlich waren Bilder um die Welt gegangen, die ein fünfstöckiges Haus zeigten, mitten auf einer breiten Straße und umgeben von frischem Asphalt. Der Landwirt Luo Baogen und seine Frau weigerten sich auszuziehen, weil ihnen die angebotene Entschädigung zu gering war. Also wurde die Ausfallstraße zum neuen Bahnhof der Stadt Wengling einfach um das Haus herumgebaut. In der vergangenen Woche ließ sich das Ehepaar dann offenbar doch umstimmen.

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China: Aus für das Haus im Kreisel

wit/hut



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