Rekord-Minusgrade: China bibbert im kältesten Winter seit Jahrzehnten
Fast tausend Schiffe sind im Eis gefangen, viele Flüge wurden gestrichen: Der heftigste Winter seit 28 Jahren sorgt in China für schwere Beeinträchtigungen des Verkehrs. In den nächsten Tagen soll es weiterschneien.
Shanghai - China erlebt den kältesten Winter seit 28 Jahren. Seit Ende November herrschten durchschnittlich minus 3,8 Grad Celsius, rund 1,3 Grad unter dem langjährigen Durchschnitt, teilte der staatliche Wetterdienst laut Nachrichtenagentur Xinhua mit. Der Zeitung "China Daily" zufolge fror die Laizhou-Bucht im Osten auf einer Fläche von 291 Quadratkilometern zu. Fast tausend Schiffe lägen fest.
Zahlreiche Flüge wurden gestrichen, die Elektrizität fiel an einigen Orten aus, durch das Eis kam es zu Verkehrsunfällen. Wegen starker Schneefälle mussten auch Abschnitte der Autobahn Peking-Hongkong-Macau geschlossen werden. Noch kälter war es im Nordosten des Landes, wo das Thermometer auf den tiefsten Stand seit 43 Jahren fiel. Mit minus 15,3 Grad war es dort noch einmal 3,7 Grad kälter als der langjährige Durchschnitt für diese Zeit.
In einigen Regionen im Norden des Landes wurden sogar Temperaturen von minus 40 Grad gemessen. Auch im Süden kam es in den vergangenen Tagen zu Schneestürmen. Am Flughafen von Kunming saßen am Freitag und Samstag etwa zehntausend Passagiere fest, weil dichter Nebel zahlreiche Abflüge verhinderte.
Genervte Fluggäste hätten sich mit Angestellten gerauft und Computer beschädigt, sagte ein Fotograf, der sich am Freitag im Flughafen aufhielt, der Nachrichtenagentur AFP. Die Polizei habe mehrere Handgemenge beenden müssen. "Die Leute waren sehr wütend. Sie fragten am Service-Schalter immer wieder nach Informationen, bekamen aber keine Antworten", berichtete der Fotograf weiter.
Chinas staatliche meteorologische Organisation teilte mit, für die Kältewelle seien teilweise polare Kaltfronten verantwortlich, die vom Schmelzen des Eises durch den Klimawandel ausgelöst worden seien. Die Wettervorhersage deutet für den Norden auf eine Verbesserung der Situation hin. Im Süden wird allerdings auch in den nächsten Tagen mehr Schnee und Eisregen erwartet.
sto/Reuters/AP/AFP
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