China Neunfacher Kindermörder hingerichtet

Der Fall machte weltweit Schlagzeilen: Vor knapp zwei Monaten war Yan Yanming in das Wohnheim einer Schule im zentralchinesischen Ruzhuo eingedrungen und hatte neun Jungen im Schlaf erstochen. Jetzt wurde der geständige Mehrfachmörder nach kurzem Prozess hingerichtet.


Peking - Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua heute bestätigte, ist der 21-Jährige Yan Yanming am Dienstag hingerichtet worden. Yanming war am 25. November in die Schule in der Provinz Henan eingedrungen und hatte auf zwölf schlafende Schüler eingestochen. Sechs Jungen starben noch vor Ort, drei weitere im Krankenhaus. Nur drei der Schüler überlebten die nächtliche Attacke, berichtete "Beijing News". Über die Motive des Täters konnte auch die Zeitung nur spekulieren: Angeblich hasste Yanming die Schüler. Außerdem soll es im Vorfeld der Bluttat zu einem Streit gekommen sein.

Die eigene Mutter hatte den Täter nach seinem Überfall auf die Kinder den Behörden der Provinz Henan übergeben. Er soll noch vor seiner Festnahme einen Selbstmordversuch unternommen haben, berichteten staatliche Medien. Laut Xinhua gestand Yanming die Tat. Prozess und Hinrichtung wurden für chinesische Gerichte ungewohnt schnell vollzogen.

Nach mehreren Messerattacken in chinesischen Schulen hatte Staatspräsident Hu Jintao im September landesweit die Einstellung von Sicherheitskräften an staatlichen Erziehungseinrichtungen angeordnet.

Erst im November war in China ein Busfahrer hingerichtet worden, der 24 Grundschüler mit einem Küchenmesser angegriffen und ein neunjähriges Mädchen in der östlichen Provinz Shandong entführt hatte. Im September hatte ein mit Messern und selbstgebauten Bomben bewaffneter Mann 28 Kinder in einem Kindergarten der Stadt Suzhou bei Shanghai bedroht. Bei dem Vorfall wurde niemand getötet. Nur einen Monat zuvor hatte ein Hausmeister 17 Menschen in einem Kindergarten in Peking mit einem Messer attackiert - ein Kind kam dabei ums Leben.



© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.