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China: Tornado verwüstet drei Dörfer

Im Osten Chinas hat ein Tornado schwere Zerstörungen angerichtet. Mehrere Menschen kamen ums Leben, Dutzende weitere wurden verletzt. Der Wirbelsturm verwüstete mehr als hundert Häuser in drei Dörfern.

Peking - Offiziellen Angaben zufolge kamen bei dem Unwetter gestern 14 Menschen in der Provinz Anhui ums Leben. 146 Bewohner wurden verletzt. Der Wirbelsturm habe in drei Dörfern mehr als hundert Häuser zerstört, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua heute. Bis Montag waren 18 Provinzen und Großstädte von anderen Naturkatastrophen heimgesucht worden, bei denen mehr als 230 Menschen starben und über 118.000 Gebäude dem Erdboden gleich gemacht wurden.

Das Fernsehen zeigte Bilder mit entwurzelten Bäumen, umgestürzten Strommasten und einen in einen Fluss gedrückten Lastwagen. Der Wetterdienst warnte vor Überschwemmungen in fünf Provinzen, durch die der Fluss Huai fließt. Der Wasserstand habe bereits kritische Höhen erreicht. Auch in anderen Teilen des Landes müsse sich die Bevölkerung auf Hochwasser einstellen.

Verseuchtes Wasser im Xinyi-Fluss

Im Kreis Shuyang (Provinz Jiangsu) hat die Verschmutzung eines Flusses zwei Tage lang die Trinkwasserversorgung für rund 200.000 Menschen unterbrochen. Dort waren am Montag große Mengen giftigen Ammoniaks und Stickstoffs entdeckt worden, wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua heute berichtete. Die Schadstoffwerte seien drei Mal so hoch wie erlaubt gewesen. "Das Leitungswasser war gelb und stank. Kurz darauf wurde die Wasserversorgung unterbrochen", sagte ein Bewohner.

Nachdem die Schadstoffwerte zurückgegangen waren, wurde heute die Versorgung mit Leitungswasser wieder aufgenommen, wie Xinhua berichtete. Die Ursache der Vergiftung war unklar und wurde in den Abwässern von Chemiebetrieben flussaufwärts in der Nachbarprovinz Shandong vermutet. Es war auch zu Hamsterkäufen gekommen. "Viele Menschen eilten in den Supermarkt, um Trinkwasser zu kaufen", sagte eine Mitarbeiterin. Örtliche Behörden hatten auch Wasser aus Brunnen oder dem nahe gelegenen Hongze-See organisiert.

Verschmutztes Wasser ist in China nach offiziellen Angaben verantwortlich für den frühzeitigen Tod von 60.000 Menschen jährlich, wie die Zeitung "Financial Times" am Vortag unter Berufung auf amtliche Zahlen berichtet hatte. Chinas Regierung hat demnach verhindert, dass die Schätzung in einen neuen Umweltbericht der Weltbank über China aufgenommen wird.

ffr/Reuters/dpa

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