Chronik Die schlimmsten Orkane der vergangenen 30 Jahre

Umgeknickte Bäume, beschädigte Häuser – in den vergangenen 30 Jahren richteten Winter-Orkane in Deutschland immer wieder schwere Schäden an.


Hamburg - Besonders in Erinnerung geblieben ist den Deutschen der 13. November 1972. Über das norddeutsche Flachland brausen Windböen mit teilweise bis zu 170 Stundenkilometer pro Stunde. Dem sogenannten Niedersachsen-Orkan fallen mindestens 37 Menschen zum Opfer, europaweit sind es 54 Todesopfer. Die Schäden werden auf mehr als eine Milliarde Mark geschätzt.

3. Januar 1976: Orkan "Capella" wütet über Norddeutschland. 10.000 Hektar Land werden überflutet, in der aufgepeitschten Nordsee durch Orkanböen mit bis zu 150 Stundenkilometer geraten zahlreiche Schiffe in Seenot. Der Wind führt die Nordsee zu sagenhaften Höchstständen. 17 Menschen sterben. In Gesamteuropa sind es 27 Menschen. Nach Angaben der Münchner Rückversicherung belaufen sich die europaweiten Schäden des Unwetters insgesamt auf 450 Millionen Euro.

Januar/März 1990: Insgesamt 8 Orkane ziehen in den ersten Monaten des Jahres über Deutschland und Westeuropa hinweg. Schadensbilanz von "Daria" bis "Wiebke": 64 Tote und Schäden von 3,8 Milliarden Euro.

14. Januar 1994: Sturmtief "Lore" wütet unter anderem über Deutschland, entwurzelt Bäume, beschädigt Häuser. 6 Menschen sterben. Schaden: 360 Millionen Euro. Einen Monat zuvor hatte Orkan "Viktoria" Deutschland im Klammergriff und verursachte schweres Hochwasser.

27. Oktober 1998: Heftige Regenfälle im Gefolge des Orkantiefs "Xylia" prasseln tagelang auf Deutschland. Sie lassen Flüsse über die Ufer treten zahlreiche Dämme brechen. Sechs Menschen sterben, darunter fünf Kinder, die in den Wassermassen ertrinken.

26. Dezember 1999: Bittere Stunden bereitet Orkantief "Lothar" nicht nur den Menschen, sondern auch den Versicherungen. Der "Jahrhundertorkan" hinterlässt in Westeuropa eine Schneise der Verwüstung, besonders in Südwestdeutschland und der Schweiz. Ganze Waldgebiete werden zerstört. Allein in Deutschland sterben 18, in der Schweiz 14 Menschen. In der Folge kommen auch viele Forstarbeiter bei Aufräumarbeiten um. Gesamtschaden: 1,8 Milliarden Euro.

26. Oktober 2002: Orkan "Jeanett" fegt mit hohen Windgeschwindigkeiten über Deutschland hinweg und tötet mehr als 10 Menschen.

8./9. Januar 2005: Orkantief "Erwin" trifft auf die deutsche Nordseeküste. Zwei Menschen sterben. Im Jahr 2005 richten weitere Orkane und Stürme erhebliche Schäden an, dazu zählen "Ulf", "Dorian" und "Ingo", dabei kommen unter anderem auch mehrere Menschen durch Verkehrsunfälle oder abgeknickte Äste und Bäume um.

aci



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