Chronik Die schwersten Zugunfälle in Deutschland

Die Passagiere des ICE Hamburg-München hatten Glück im Unglück: Ihr Zug entgleiste, doch niemand kam ums Leben. Vor zehn Jahren, als ein ICE in Eschede gegen eine Brücke fuhr, starben 101 Menschen.


18. Dezember 1954: Im Hauptbahnhof Dortmund kollidiert ein ausfahrender Nahverkehrszug mit einem einfahrenden Kinder-Sonderzug. Eine Weiche war wegen Bauarbeiten falsch gestellt. 15 Tote, 71 Verletzte.

5. Oktober 1961: Im Hamburger S-Bahnhof Berliner Tor fährt ein Personenzug auf einen Bauzug, den der Fahrdienstleiter übersehen hatte. 28 Tote, 55 Verletzte.

6. Juli 1967: An einem Bahnübergang bei Magdeburg wird ein Tanklastzug mit 15.000 Litern Benzin wegen einer nur halb geschlossenen Schranke von einem Zug erfasst und explodiert. 94 Menschen sterben.

9. Februar 1971: Am Bahnhof Aitrang im Allgäu entgleist der TEE 56 "Bavaria" in einer Kurve vermutlich infolge eines Bremsendefekts. Ein Schienenbus prallt gegen den umgestürzten Steuerwagen. 28 Tote, 42 Verletzte.

27. Mai 1971: Auf der Strecke Wuppertal - Radevormwald stößt ein als Schülersonderzug fahrender Schienenbus mit einem Nahgüterzug zusammen. Ursache ist unter anderem ein vereinfachtes Signalsystem auf der Strecke. 46 Tote, 25 Verletzte.

21. Juli 1971: In Rheinweiler bei Freiburg entgleist der D 370 "Schweiz-Express" vermutlich wegen eines technischen Defekts in einer Kurve. 23 Tote, 142 Verletzte.

8. Juni 1975: Auf der Strecke München - Lenggries stoßen zwei Eilzüge infolge von Fahrdienst- und Fahrplanfehlern frontal zusammen. 41 Tote, 122 Verletzte.

2. Februar 1990: Im Bahnhof Rüsselsheim stößt ein ausfahrender S-Bahn-Zug mit einem einfahrenden Zug zusammen. Ein Fahrer hatte ein Haltesignal übersehen. 17 Tote, 72 Verletzte.

3. Juni 1998: Im niedersächsischen Eschede entgleist der ICE 884 wegen eines gebrochenen Radreifens. 101 Menschen sterben.

6. Februar 2000: Vor dem Bahnhof von Brühl entgleist kurz nach Mitternacht der D-Zug 203, der sich auf dem Weg von Amsterdam nach Basel befand. Neun Menschen sterben, 149 Passagiere werden verletzt, ein Teil von ihnen schwer.

1. April 2004: Ein ICE kollidiert auf der Strecke Basel-Freiburg bei Efringen-Kirchen mit einem auf den Schienen liegenden Traktor. Der Triebkopf entgleist und stößt beinahe mit einem entgegenkommenden ICE zusammen. Alle Fahrgäste bleiben unverletzt.

5. Mai 2004: In Weyhe bei Bremen überrollt ein Güterzug drei unmittelbar neben den Gleisen spielende Kinder. Die drei Jungen im Alter von vier Jahren sind auf der Stelle tot.

22. September 2006: Auf einer Teststrecke im Emsland rast ein Transrapid mit rund 200 Stundenkilometern in einen mit zwei Personen besetzten Werkstattwagen. 23 Menschen sterben.

26. April 2008: Auf der Schnellfahrstrecke Fulda-Würzburg rast der ICE885 in eine Schafherde, entgleist und kommt erst in einem Tunnel zum Stehen. 23 Menschen werden verletzt. 20 Schafe sterben.

hda/AP



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