Chronik Seilbahn-Unglücke


Hamburg - Eine Seilbahn-Katastrophe wie am Kitzsteinhorn mit mindestens 155 Toten ist in Europa bislang einmalig. Zwar verloren in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder zahlreiche Menschen bei Seil- und Bergbahnunglücken ihr Leben, doch hat es seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts noch nie so viele Opfer gegeben. Das bislang schwerste europäische Seilbahnunglück mit 42 Toten liegt mehr als 20 Jahre zurück. Einige schwere Fälle der jüngsten Zeit:

11.6.2000: Zwei Triebwagen der Zugspitzbahn stoßen auf der eingleisigen Strecke im Katzensteintunnel zusammen. 64 Menschen werden verletzt, sieben davon schwer. Der bergwärts fahrende Wagen war mit Fahrgästen voll besetzt, im talwärts fahrenden Wagen saß nur der Zugführer.

31.7.1999: Bei einem Auffahrunfall bei der Zugspitzbahn in Garmisch-Partenkirchen werden 13 Menschen leicht verletzt. Ein Zug der Zahnradbahn muss bei der Talfahrt wegen eines technischen Defektes anhalten. Der Führer des nachfolgenden Zuges kann nicht mehr rechtzeitig bremsen und fährt auf.

3.2.1998: Ein US-Militärjet zerschneidet bei Cavalese in den italienischen Dolomiten im unerlaubten Tiefflug das Seil der Gondelbahn, die zum Monte Cermis führt. Die Kabine stürzt etwa 80 Meter in die Tiefe. 20 Menschen, darunter acht Deutsche, sterben.

29.1.1992: Auf dem Kärntner Naßfeld in Österreich stürzen mehrere Vierersessel der Tröglbahn mitsamt dem Tragseil zu Boden. Vier Touristen kommen zu Tode. Eine Führungsrolle war gebrochen.

13.2.1983: Im Champoluc im italienischen Aosta-Tal lösen sich während einer Seilbahnfahrt drei Kabinen durch eine schwere Windböe aus der Verankerung und stürzen mehr als 50 Meter in die Tiefe: elf Tote.

9.3.1976: Im Sportgebiet von Cermis in der Nähe von Cavalese bei Trient in Norditalien stürzt eine vollbesetzte Seilbahn-Kabine etwa 60 Meter in die Tiefe. 42 Menschen kommen ums Leben. Unglücksursache ist ein Seilriss.



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