Chronologie Falsche und echte Spuren

Nach Dieter Zurwehme wurde seit Ende 1998 gesucht. Doch die Spur des 57-Jährigen hatte sich immer wieder verloren. Eine Chronologie echter und falscher Spuren auf der Jagd nach Zurwehme:


2. Dezember 1998:

Zurwehme flüchtet aus dem offenen Vollzug einer Strafanstalt in Nordrhein-Westfalen. Dort saß er seit 1974 wegen Mordes ein.

21. März 1999: Zwei ältere Ehepaare werden in Remagen am Rhein erstochen. Zurwehme gerät schnell in Verdacht.

11. Mai: Fast acht Wochen nach dem Mord von Remagen vermuten die Ermittler Zurwehme im Allgäu.

22. Mai: In einem Landhaus in Südfrankreich entdeckt die Polizei die Leichen von vier niederländischen Urlaubern. Sie sind ähnlich zugerichtet wie die Toten von Remagen. Wieder gerät Zurwehme unter Verdacht. Zwei Bankangestellte in der Region hätten ihn wiedererkannt, so die Polizei.

24. Juni: Im Fall der ermordeten Niederländer in Südfrankreich wird gegen einen einheimischen Bauarbeiter Haftbefehl erlassen. Zurwehme wird dieser Tat inzwischen nicht mehr verdächtigt. Ihn vermuten die Fahnder auf Grund von Zeugenaussagen inzwischen in Brandenburg.

28. Juni: Fatale Panne bei den Ermittlungen: Zivilfahnder erschießen im thüringischen Heldrungen einen 62-jährigen Urlauber aus Köln. Die Beamten hatten ihn irrtümlich für Zurwehme gehalten, nachdem eine Kellnerin nach einer Fahndungssendung im Fernsehen die Ermittler alarmiert hatte.

30. Juni: Im mehrere hundert Kilometer entfernten Dresden wird ein stadtbekannter Straßenmaler vorübergehend festgenommen, den man für Zurwehme gehalten hatte.

21. Juli: Zurwehme versucht im niedersächsischen Stadthagen ein Mädchen zu vergewaltigen. Die 15-Jährige kann sich jedoch erfolgreich gegen den Angriff wehren.

27. Juli: Fahnder durchsuchen in einer Großaktion ein Maisfeld bei Hespe (Niedersachsen). Wieder entkommt Zurwehme.

28. Juli: Die Polizei durchsucht ein Waldstück zwischen Wunstorf und Barsinghausen (Niedersachsen). Doch wieder keine Spur von dem Mörder.

30. Juli: Mit Großaufgeboten sucht die Polizei in Berlin und Westfalen nach Zurwehme. Ein Jogger will den Straftäter gesehen haben.

31. Juli: Die Hinweise auf Zurwehme aus der Bevölkerung werden immer vielfältiger, führen aber zu keinem Ergebnis. Zeugen wollen den flüchtigen Mörder unter anderem in Berlin, Bochum, Hannover, Köln, Lehrte und sogar auf Mallorca gesehen haben. Die Großfahndung wird auf Thüringen ausgedehnt.

1. August: In Göttingen gerät ein Feldarbeiter ins Visier der Fahnder: Er wird versehentlich für Zurwehme gehalten.

2. August: Die Polizei in Stadthagen (Niedersachsen) gibt ihre Großfahndung nach Zurwehme auf. Das LKA setzt verstärkt auf die Zielfahndung.

4. August: Nach zwei erfolglosen Tagen wird auch eine Großfahndung in Hessen beendet. Mehrere Menschen wollten Zurwehme im Kreis Limburg-Weilburg gesehen haben. In Gersfeld bei Fulda wird ein Unschuldiger vorübergehend festgenommen, der Zurwehme ähnlich sah. Auch die Fahndung in Thüringen bringt keine Ergebnisse.

5. August: Trotz neuer konkreter Hinweise muss die Polizei die Suche nach dem 57-Jährigen in Achim bei Bremen erneut erfolglos abbrechen.

6. August: Falsche Fährten, durchkämmte Felder, genervte Fahnder: Dieter Zurwehme bleibt verschwunden. Neue Suchaktionen in mehreren Bundesländern - darunter auch in Bayern - bringen die Polizei nicht auf die Spur Zurwehmes.

7. August: Erneut erweisen sich in Niedersachsen Hinweise auf den Zurwehme als Fehlalarm. In Nienburg an der Weser glaubten mehrere Anrufer, den mutmaßlichen "Mörder von Remagen" in einem Linienbus gesehen zu haben.

16. August: Nach einer versuchten Vergewaltigung in Cuxhaven kommt die Polizei Zurwehme auf die Spur. Eine Fahndung im Norden Hamburgs wird erfolglos abgebrochen.

19. August: Nach einem Hinweis aus der Bevölkerung wird Zuwehme von zwei Streifenpolizisten in Greifswald gestellt. Er lässt sich widerstandslos festnehmen. In seinem Gepäck findet die Polizei ein Messer und eine Gaspistole.



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