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Seligsprechung eines Mafia-Opfers: Papst verurteilt Verbrechen der Mafia

Italien: Katholische Kirche spricht Mafia-Opfer selig Fotos
AP

Erstmals hat die katholische Kirche ein Opfer der Mafia seliggesprochen. Nach seinem Sonntagsgebet sagte der Papst: Er denke an all die Männer, Frauen und Kinder, die unter den Verbrechen litten. Sein Wunsch: Betet, dass die Mafiosi konvertieren.

Rom - Erstmals in ihrer Geschichte hat die katholische Kirche ein Mafia-Opfer seliggesprochen: den Priester Pino Puglisi. 1993 hatte die sizilianische Cosa Nostra ihn ermordet. Papst Franziskus ehrte Puglisi am Sonntag als einen "beispielhaften Priester".

Puglisi wurde bereits am Samstag vor Zehntausenden Gläubigen selig gesprochen, der emeritierte Kardinal Palermos Salvatore De Giorgi leitete die Zeremonie. Der Papst selbst nahm nicht daran teil, sondern sprach im Anschluss an sein Angelus-Gebet über den Priester und die Mafia. Die habe Puglisi getötet, weil er versucht habe, die Jugendlichen von den Kriminellen fernzuhalten. "Don Puglisi ist ein beispielhafter Priester gewesen, der sich besonders um die Jugendseelsorge gekümmert hat", sagte Papst Franziskus.

Der Papst sagte, er denke an all die Frauen, Männer und Kinder, die von der Mafia ausgebeutet werden. Die Mafia würde sie durch Prostitution versklaven, indem sie sozialen Druck ausübe. Menschenhandel sei eines der schlimmsten Verbrechen überhaupt. "Sie können unsere Brüder nicht zu Sklaven machen", sagte der Papst. Er rief die Gläubigen auf zu beten, dass die Mafiosi zu Gott konvertieren.

Puglisi, 1937 im Elendsviertel Brancaccio in Palermo geboren, kämpfte als Priester gegen die sizilianische Mafia und deren Machenschaften. Er leitete in Palermo später ein Jugendzentrum. Im vergangenen Jahr hatte der damalige Papst Benedikt XVI. die Anerkennung seines Martyriums offiziell gemacht und damit den Weg für Puglisis Seligsprechung bereitet.

Die Seligsprechung gilt als erster Schritt zur Heiligsprechung, der höchsten Auszeichnung, die einem verstorbenen Katholiken zuteilwerden kann. Die Seligsprechung erlaubt die offizielle Verehrung eines Verstorbenen in einer bestimmten Region, die Heiligsprechung dehnt diese Verehrung auf die gesamte katholische Weltkirche aus.

fln/AP/dpa/Reuters

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