Havariertes Kreuzfahrtschiff "Costa Concordia" soll in Genua verschrottet werden

Die Verschrottung des havarierten Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia" ist offenbar in Genua geplant. Das berichtet die die Wirtschaftszeitung "Il Sole 24 Ore". Das Abwracken soll etwa ein Jahr dauern und rund hundert Millionen Euro kosten.

"Costa Concordia" (Januar 2014): Verschrottung offenbar in Genua geplant
AP

"Costa Concordia" (Januar 2014): Verschrottung offenbar in Genua geplant


Rom - Die havarierte "Costa Concordia" soll einem Zeitungsbericht zufolge im Juli nach Genua geschleppt und dort verschrottet werden. Dies sei bei einem Treffen der Reederei mit den Technikern und den Versicherern entschieden worden, berichtet die Wirtschaftszeitung "Il Sole 24 Ore". Die in Genua ansässige Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere und die Regierung in Rom hatten sich dafür eingesetzt, das 2012 vor der Insel Giglio gekenterte Schiff in einem italienischen Hafen abzuwracken.

Als Datum für den Transport der mit Schwimmkästen aufgerichteten "Costa Concordia" ist dem Bericht zufolge der 20. Juli angepeilt. Das Schiff werde etwa 150 Seemeilen (rund 280 Kilometer) weit in den Genueser Hafen geschleppt, also nicht wie ursprünglich geplant auf den Spezialtransporter "Vanguard" verladen.

Die Versicherungen sollen mit dem ligurischen Hafen als Endstation für die "Costa Concordia" einverstanden sein, obwohl das Verschrotten dort etwa hundert Millionen Euro kosten soll, während die Türkei angeboten hatte, das Abwracken für 40 Millionen Euro zu leisten. Die Operation dürfte in Genua etwa hundert Arbeiter ein Jahr lang beschäftigen.

Infrastruktur-Minister Maurizio Lupi bestätigte, dass das Schiff in Italien verschrottet wird. Die näher gelegenen Häfen Piombino und Civitavecchia waren Konkurrenten für Genua. Das toskanische Piombino beispielsweise ist dafür aber nicht vor September fertig ausgebaut.

Die "Costa Concordia" hatte im Januar 2012 vor Giglio einen Felsen gerammt und war gekentert. An Bord befanden sich während des Unglücks mehr als 4000 Menschen. Bei der nächtlichen Evakuierung gab es chaotische Szenen sowie zahlreiche Probleme und Verzögerungen. 32 Menschen starben, die Leiche einer Italienerin wird bis heute vermisst.

Kapitän Francesco Schettino muss sich vor Gericht in Grosseto verantworten. Das Wrack wurde in einem aufwendigen Verfahren wieder aufgerichtet, es hat aber weiterhin einen erheblichen Tiefgang von 18,5 Metern.

wit/dpa

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