"Costa Concordia" Taucher der Bergungsfirma auf Souvenirjagd

Die italienische Polizei hat vier Männer erwischt, als sie mitten in der Nacht im Wrack der "Costa Concordia" nach Souvenirs tauchten. Den Mitarbeitern der Bergungsfirma droht nun ein Verfahren.

Das Wrack der "Costa Concordia": Das havarierte Kreuzfahrtschiff zieht viele Schaulustige an.
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Das Wrack der "Costa Concordia": Das havarierte Kreuzfahrtschiff zieht viele Schaulustige an.


Giglio - Nicht nur vom Ufer aus zieht das Wrack der "Costa Concordia" vor der Küste Italiens die Schaulustigen an. Auch auf Taucher scheint das havarierte Kreuzfahrtschiff eine Faszination auszuüben. Die Polizei hat vier Männer festgenommen, die in der Nacht zu Sonntag an Bord des Schiffs geklettert sind. Sie alle seien Angestellte der Bergungsfirma Titan, berichtet der "Telegraph".

Überwachungskameras, die rund um das Schiff aufgestellt sind, hatten aufgezeichnet wie ein Engländer, ein Ire und zwei Südafrikaner auf dem Schiff um 1.30 Uhr auf Souvenirjagd gingen. Die Carabinieri ertappten die 42, 35, 24 und 26 Jahre alten Männer in flagranti und nahmen sie fest.

Die Polizei fand bei ihnen einen leeren Rucksack, auf dem das Logo der Reederei prangte. "Der Verdacht liegt nahe, dass sie versuchten, Objekte vom Schiff als Souvenir mitzunehmen", sagte eine Polizeisprecherin der "Daily Mail". Sie hätten keine Erlaubnis gehabt, das Schiff zu betreten, und zu dieser Uhrzeit sei auch keine Bergungsaktion gelaufen. Die Männer seien auf den Decks 8 und 13 aufgegriffen worden, dort seien alle Kabinen mit Safes ausgestattet.

Laut Polizei sagten die Männer, sie würden nur nach einigen Souvenirs tauchen. Sie hätten nicht vorgehabt "persönliche, teure oder für die Untersuchung des Falls relevante Gegenstände" mitzunehmen.

Die Taucher erwartet nun möglicherweise ein Verfahren. Vorgeworfen werden könnte ihnen Diebstahl und illegales Betreten eines Tatorts, der noch immer nicht freigegeben ist.

Die Bergungsfirma Titan teilte mit, dass die Arbeiter unverzüglich von dem Projekt abgezogen worden seien.

Bereits drei Monate nachdem das Schiff vor der Küste Giglios auf Grund gelaufen war, hatten Diebe die rund 30 Kilo schwere Schiffsglocke vom Wrack geklaut, obwohl immer wieder Taucher das Schiff überwacht hatten.

Ein italienisches Gericht hat mittlerweile zugestimmt, die Gegenstände auf dem Kreuzfahrtschiff zu bergen und ihren rechtmäßigen Besitzern zurückzugeben. Vorerst werden nur die Gepäckstücke geborgen, die sich oberhalb des Wasserspiegels befinden. So machen die Bergungstrupps das Wrack so leicht wie möglich, damit es besser gehoben werden kann.

Die "Costa Concordia" war im Januar 2012 vor der Insel Giglio auf einen Felsen gefahren und gekentert, 32 Menschen starben bei dem Unglück. Bei Bergungsarbeiten im Oktober dieses Jahres konnte die vorletzte Leiche aus dem Wrack geborgen werden.

kbl

insgesamt 3 Beiträge
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cologne237 11.11.2013
1. Wahrscheinlich
Werden die schneller bestraft als die Verantwortlichen des Unglücks
funnyone2007 11.11.2013
2.
ist ja wohl auch etwas einfacher diese schneller zu bestrafen. Nur wegen Diebstahl geht nicht, denn der Rucksack war ja noch leer. Also bleibt nur Hausfriedensbruch und eventuell fristlose Kündigung.
Alfred Ahrens 11.11.2013
3. Falsche Firma von Anfang an engagiert, Männer von Mammoet oder Svitzer
haetten das niemals gemacht, aber es musste ja wieder billig sein. Da ist noch viel mehr weggekommen, mit Sicherheit. Fragen Sie mal die Konkurrenz, wie die soetwas regeln.
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